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Alibaba zahlt für seine KI-Ambitionen vorerst einen hohen Preis. Während der chinesische Technologiekonzern Milliarden in Chips, Rechenzentren und künstliche Intelligenz investiert, brach der Nettogewinn um mehr als 75 Prozent auf 10,5 Milliarden Yuan ein, umgerechnet rund 1,6 Milliarden Dollar.
Der Umsatz legte unterdessen um neun Prozent zu, unter anderem dank der starken Nachfrage nach KI-Kapazitäten in der Cloud-Sparte. Die massiven Investitionen belasten das Ergebnis jedoch erheblich.
Alibaba gibt enorme Summen für Chips, Rechenzentren und die Entwicklung neuer KI-Modelle aus. Diese Strategie schlägt sich immer deutlicher in den Finanzzahlen nieder.
Neben dem deutlichen Gewinneinbruch meldete der chinesische Technologiekonzern einen negativen freien Cashflow von mehr als 6,6 Milliarden Dollar. Damit fließt viel Geld aus dem Unternehmen ab, um die gewaltigen Investitionen zu finanzieren.
CEO Eddie Wu hatte bereits klargemacht, dass Alibaba bereit ist, kurzfristig Gewinn zu opfern, um sich eine stärkere Position im KI-Markt zu sichern. Das Unternehmen hatte zuvor angekündigt, innerhalb von drei Jahren 380 Milliarden Yuan, rund 55 Milliarden Dollar, zu investieren. Inzwischen deutete Wu an, dass die endgültigen Investitionen sogar noch höher ausfallen könnten.
Dem steht ein ehrgeiziges Wachstumsziel gegenüber. Alibaba will seinen Umsatz mit Cloud und KI binnen fünf Jahren auf etwa 100 Milliarden Dollar verfünffachen.
Die starke Nachfrage nach Rechenleistung gibt dem Unternehmen vorerst Rückenwind. Immer mehr Firmen benötigen Cloud-Kapazitäten, um KI-Modelle zu trainieren und einzusetzen. Damit werden Alibabas Cloud-Aktivitäten zu einem wichtigen Treiber des Umsatzwachstums.
Alibaba hat sich inzwischen zu einem wichtigen Akteur im globalen KI-Wettlauf entwickelt. Die Qwen-Modelle des Unternehmens wurden zusammen mehr als drei Milliarden Mal heruntergeladen und zählen damit zu den beliebtesten KI-Modellfamilien weltweit.
Um den Fokus stärker auf KI zu richten, hat Alibaba mehrere Forschungsteams und Produktgruppen zusammengeführt. Gleichzeitig trennt sich der Konzern von Geschäftsbereichen, die für diese Strategie weniger wichtig sind. Anfang dieses Monats wurde etwa die Gaming-Sparte Lingxi Games für rund 1,5 Milliarden Dollar verkauft.
Für Anleger bleibt jedoch die zentrale Frage, wann sich die KI-Investitionen tatsächlich in nennenswerten Erträgen niederschlagen.
Chinesische KI-Unternehmen bieten ihre Modelle häufig kostenlos oder zu vergleichsweise niedrigen Preisen an. Das hilft, schnell Nutzer zu gewinnen, erschwert aber die Refinanzierung der enormen Investitionen.
Alibaba setzt vorerst erneut vor allem auf Wachstum. Das jüngste große Modell, Qwen 3.8 Max, wurde als Open-Weight-Modell bereitgestellt, wodurch Entwickler deutlich mehr Zugriff auf die zugrunde liegenden Parameter erhalten.
Neben den hohen KI-Ausgaben hat Alibaba noch ein weiteres Problem. Die chinesischen Verbraucher bleiben zurückhaltend, was die klassischen Onlinehandelsaktivitäten belastet, mit denen der Konzern groß geworden ist.
Damit wird KI für das künftige Wachstum immer wichtiger. Alibaba versucht unter anderem, mit kostenpflichtigen Programmierdiensten und KI-Agenten Geld zu verdienen, die Aufgaben für Nutzer eigenständig ausführen können.
Der Wettbewerb ist intensiv. ByteDance hat mit Doubao derzeit eine der beliebtesten KI-Apps Chinas und führte in diesem Jahr ein Abo-Modell ein. Tencent arbeitet derweil an einem neuen KI-Agenten für WeChat.
Alibaba selbst betreibt die Qwen-App, mit der Nutzer unter anderem Alltagsaufgaben erledigen, Zahlungen ausführen und Einkäufe tätigen können. In den kommenden Quartalen dürfte sich klarer zeigen, ob Alibaba seine enorme Reichweite auch in ausreichende Einnahmen verwandeln kann, um die Milliardeninvestitionen in KI zu rechtfertigen.
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