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Core Scientific, einst der größte börsennotierte Bitcoin-Miner, stellt das Mining zum Jahresende vollständig ein. Das gab das Unternehmen gestern bekannt. Inzwischen erzielt es seine Umsätze fast ausschließlich mit Rechenzentren für KI-Unternehmen. Der Umbau geht deutlich schneller voran als bislang erwartet.

Core Scientific beendet Bitcoin-Mining

Core Scientific wird den Ausstieg aus dem Bitcoin-Mining (BTC) im vierten Quartal abschließen. Das sagte Finanzvorstand Jim Nygaard gestern bei der Vorstellung der Quartalszahlen. Damit steht erstmals ein verbindlicher Endtermin fest.

Nygaard zufolge soll der Ausstieg im vierten Quartal abgeschlossen sein. 2027 werde Core Scientific dann als reiner Anbieter von Colocation-Dienstleistungen mit hoher Leistungsdichte beginnen. Dabei vermietet ein Unternehmen Stellflächen, Stromversorgung und Kühlung an Kunden, die dort ihre eigenen Server betreiben.

Die Zahlen zeigen, dass der Ausstieg bereits weit fortgeschritten ist. Von den 232,9 Millionen Dollar Umsatz im dritten Quartal entfielen nur noch 7,5 Prozent auf das Mining. Das Colocation-Geschäft steuerte 215,4 Millionen Dollar bei, mehr als das Zwölffache.

Zudem war das eigene Mining defizitär. Einem Umsatz von 12,3 Millionen Dollar stand ein Bruttoverlust von 7,5 Millionen Dollar gegenüber. Für jeden Dollar Umsatz mit geschürften Bitcoin fielen damit rund 1,61 Dollar an Kosten an. Das Colocation-Geschäft erzielte dagegen eine Bruttomarge von 60 Prozent.

Ende September waren fast halb so viele Mining-Geräte in Betrieb wie Ende 2025. Der Wert der Bitcoin-Bestände sank im selben Zeitraum von 222 Millionen auf 2,7 Millionen Dollar.

Ausstieg schneller als geplant

Noch vor einiger Zeit wollte Core Scientific von einem Ausstieg nichts wissen. Als das Unternehmen im Juni 2024 einen Großvertrag mit dem KI-Cloudanbieter CoreWeave schloss, betonte es noch, die Mining-Kapazitäten blieben erhalten. Im Dezember 2025 berichtete das Wall Street Journal, die Einstellung des Mining-Betriebs sei erst für 2028 vorgesehen.

Danach verschlechterte sich die Wirtschaftlichkeit des Minings weiter. Im ersten Quartal nahm Core Scientific Abschreibungen von 266,5 Millionen Dollar auf seine Mining-Anlagen vor. Ein Grund war der niedrige Hashprice, also der Erlös, den Miner je Einheit Rechenleistung erzielen. Die Kündigung eines Chipvertrags mit Block verursachte später weitere Kosten von 41,9 Millionen Dollar.

AMD und CoreWeave prägen das neue Geschäft

Ende September stellte Core Scientific bereits Colocation-Kapazitäten von 485 Megawatt in Rechnung. Durch die Vereinbarungen mit CoreWeave und einen von AMD unterstützten Vertrag sind rund 1,1 Gigawatt vertraglich gesichert. Sobald die gesamte Kapazität in Betrieb ist, soll sie dem Unternehmen zufolge jährlich 1,8 Milliarden Dollar Umsatz einbringen.

Die ersten Kapazitäten für AMD sollen im ersten Halbjahr 2027 bereitstehen, die übrigen bis Ende 2028. Allerdings droht politischer Gegenwind: Laut Reuters gehörten Gegner neuer Rechenzentren in dieser Woche zu den Gewinnern der US-Zwischenwahlen.

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