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SpaceX steht am Donnerstag an der Börse vor einer wichtigen Bewährungsprobe. Dann dürfen Mitarbeiter, Gründer und frühe Investoren erstmals einen großen Teil ihrer Aktien verkaufen. Es geht um bis zu 911,5 Millionen Aktien, mehr als dreimal so viel wie der derzeit frei handelbare Bestand. Anleger befürchten zusätzlichen Verkaufsdruck, obwohl das Unternehmen in dieser Woche starke Quartalszahlen vorgelegt hat.

SpaceX vor erster großer Bewährungsprobe nach dem Börsengang

Die sogenannte Lock-up-Frist läuft am Donnerstag teilweise aus. Eine solche Frist soll verhindern, dass Insider unmittelbar nach einem Börsengang Aktien verkaufen und damit den Kurs belasten. SpaceX hat sich für eine auffällige Struktur entschieden: Die Aktien werden nicht auf einmal, sondern in mehreren Etappen freigegeben.

Von Donnerstag an dürfen bis zu 20 Prozent der berechtigten Aktien verkauft werden. Damit kommen auf einen Schlag rund 911,5 Millionen Aktien auf den Markt. Zum Vergleich: Derzeit sind weniger als 280 Millionen Aktien frei handelbar.

Der Streubesitz steigt damit von rund 4,9 Prozent auf 11,8 Prozent aller ausstehenden Aktien. Bis Mitte kommenden Jahres werden zudem weitere 12,9 Milliarden Aktien schrittweise freigegeben.

Analysten rechnen mit höherer Volatilität

Viele frühe Investoren und Mitarbeiter hatten ihre Aktien vor Jahren zu einem Bruchteil des aktuellen Börsenkurses erworben. Obwohl die Aktie seit ihrem Hoch nach dem Börsengang fast die Hälfte ihres Werts verloren hat, sitzen viele Insider noch immer auf hohen Gewinnen.

Nach Einschätzung von Robert Hackel, Chef des Wertpapierhauses R.F. Lafferty, handelt es sich um „die meistdiskutierte Lock-up-Frist in der Geschichte der Börsengänge“. Er erwartet, dass mehrere frühe Investoren Gewinne mitnehmen, um in andere vielversprechende, nicht börsennotierte KI-Unternehmen wie OpenAI, Anthropic und Anduril zu investieren.

Auch Matt Kennedy von Renaissance Capital geht davon aus, dass viele Insider der Versuchung nur schwer widerstehen können. Aus seiner Sicht ist es nachvollziehbar, wenn Mitarbeiter und frühe Investoren einen Teil ihres Vermögens realisieren und breiter streuen wollen.

Nicht alle Marktkenner rechnen jedoch mit einer Verkaufswelle. Vermögensverwalter Gabriel Shahin verweist darauf, dass viele Mitarbeiter, mit denen er gesprochen habe, an ihrer langfristigen Einschätzung zu SpaceX festhielten. Sollten größere Verkäufe ausbleiben, wäre das aus seiner Sicht ein starkes Vertrauenssignal für die Zukunft des Unternehmens.

Verkaufsdruck rückt starke Zahlen in den Hintergrund

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Am Dienstag hatte SpaceX noch Quartalszahlen vorgelegt, die besser ausfielen als erwartet. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 92 Prozent, zudem rechnet das Unternehmen bis Ende dieses Jahres mit einem annualisierten Umsatz von 100 Milliarden Dollar.

Die Marktreaktion fiel dennoch negativ aus. Die Aktie verlor nach Vorlage der Zahlen im nachbörslichen Handel mehr als sieben Prozent. Mehrere Analysten führten das vor allem darauf zurück, dass Anleger bereits die am Donnerstag auslaufende Lock-up-Frist im Blick haben.

Die kommenden Handelstage werden damit zu einem wichtigen Gradmesser für das Vertrauen in SpaceX. Entscheidend ist nicht nur, wie viele Aktien verkauft werden, sondern vor allem, welche frühen Investoren ihre Beteiligung reduzieren. Größere Verkäufe könnten am Markt als Hinweis gewertet werden, dass Insider weniger Vertrauen in die künftige Kursentwicklung haben.

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