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Anleger bei SpaceX stellen sich auf eine der größten Aktienfreigaben in der Geschichte der Finanzmärkte ein. Am 6. August endet das Verkaufsverbot für bis zu 911,5 Millionen Aktien des Raumfahrtunternehmens von Elon Musk. Ihr Wert liegt bei rund 116 Milliarden Dollar. Frühe Investoren und Insider können ihre Anteile dann erstmals verkaufen.

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Die erste Freigabe erfolgt zwei Tage, nachdem SpaceX erstmals als börsennotiertes Unternehmen Quartalszahlen vorlegt.

Die Aktie hat inzwischen einen Großteil der Euphorie nach dem Rekordbörsengang eingebüßt und notiert 37 Prozent unter dem Schlusskurs ihres Hochs vom 16. Juni. Zudem ist das erst der Anfang. Bis zum Jahresende werden weitere Milliarden Aktien für den Handel freigegeben.

Zusätzliche Freigabe bei deutlicher Kurserholung

Die Lock-up-Vereinbarung enthält eine auffällige Klausel. Schließt die Aktie an mindestens fünf der zehn Handelstage vor den Quartalszahlen bei 175,50 Dollar oder höher, werden unmittelbar nach den Ergebnissen weitere 455,8 Millionen Aktien für den Handel freigegeben. Dafür müsste der Kurs vom aktuellen Niveau aus um mehr als 46 Prozent steigen, ein Szenario, das vorerst wenig wahrscheinlich erscheint.

Die gestaffelte Freigabe weicht von der üblichen Lock-up-Frist von 180 Tagen ab, nach der Insider ihre Aktien auf einen Schlag verkaufen dürfen. Wegen der enormen Größe von SpaceX entschied sich das Unternehmen gemeinsam mit seinen Investmentbanken für ein schrittweises Vorgehen, damit der Markt nicht auf einmal mit einem großen Angebot neuer Aktien überschwemmt wird.

Shortseller verdienen bereits Milliarden am Kursrückgang

Die bevorstehende Freigabe zieht auch Anleger an, die auf einen weiteren Kursrückgang setzen. Nach Daten von S3 Partners sind derzeit rund 30 Prozent der frei handelbaren Aktien leerverkauft. Bei einer Shortposition leihen sich Anleger Aktien und verkaufen sie sofort, in der Erwartung, sie später zu einem niedrigeren Preis zurückzukaufen. Diese Strategie hat ihnen bislang schätzungsweise bereits 7 Milliarden Dollar an Buchgewinnen eingebracht.

In den vergangenen sieben Handelstagen gingen rund 425 Milliarden Dollar an Börsenwert verloren. Anleger nahmen Gewinne bei KI-nahen Aktien mit und reagierten zudem negativ auf einen abgebrochenen Starship-Start infolge eines Motorproblems. Damit liegt die Aktie inzwischen 37 Prozent unter dem Rekordschlusskurs vom 16. Juni.

Frühe Investoren sitzen auf enormen Gewinnen

Die bevorstehende Aktienfreigabe bietet frühen Investoren die Möglichkeit, Gewinne zu realisieren, die in vielen Fällen in die Dutzende Milliarden Dollar gehen. Seit der Gründung hat sich SpaceX von einem vergleichsweise kleinen Raketenbauer zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt entwickelt. Die ersten Geldgeber verfügen dadurch über außergewöhnlich hohe Buchrenditen.

Zu den größten Gewinnern zählt Alphabet, die Muttergesellschaft von Google. 2015 investierte Google gemeinsam mit Fidelity Investments 1 Milliarde Dollar in SpaceX und erhielt dafür einen Anteil von knapp 10 Prozent. Rund 900 Millionen Dollar davon kamen von Google, was einem Anteil von etwa 7,5 Prozent entsprach.

Durch spätere Finanzierungsrunden und die Fusion mit xAI wurde dieser Anteil auf schätzungsweise rund 5 Prozent verwässert. Auf Basis der aktuellen Bewertung ist die Beteiligung dennoch rund 80 Milliarden Dollar wert und gilt damit als eine der erfolgreichsten Risikokapitalinvestitionen überhaupt.

Auch viele andere frühe Investoren sowie Tausende aktuelle und ehemalige Mitarbeiter erhalten in den kommenden Monaten erstmals die Möglichkeit, ihre Aktien zu verkaufen. Ob Alphabet bereits bei der ersten Freigabe im August Anteile veräußern kann, geht aus dem Börsenprospekt nicht hervor.

Spätestens Anfang Dezember endet für nahezu alle frühen Aktionäre die Lock-up-Frist. Die Zahl der frei handelbaren Aktien steigt dann auf 5,33 Milliarden, nach derzeit rund 639 Millionen.

Elon Musk bleibt vorerst eine Ausnahme. Der Vorstandschef besitzt rund 7,8 Milliarden Aktien und damit etwa 60 Prozent des Unternehmens, seine Beteiligung bleibt jedoch noch mehr als ein Jahr nach dem Börsengang gesperrt. Ob er danach tatsächlich Aktien verkaufen wird, ist nicht bekannt.

Der Fokus der Anleger richtet sich daher vorerst vor allem auf die übrigen frühen Investoren und Insider, die in den kommenden Monaten erstmals die Chance erhalten, ihre enormen Buchgewinne zu realisieren.

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