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Der XRP-Kurs ist gestern Abend deutlich eingebrochen, nachdem der US-Senat den CLARITY Act nicht voranbrachte. Unmittelbar nach der Ablehnung fiel XRP um fast zehn Prozent auf 1,30 Dollar. Damit traf es den Coin stärker als andere große Kryptowährungen. Auch Bitcoin (BTC) geriet unter Druck und rutschte in Richtung 76.000 Dollar.
Der Rückschlag bei dem wichtigen US-Kryptogesetz kommt zudem zu einem heiklen Zeitpunkt. Im Laufe des Tages gibt die US-Notenbank ihre Zinsentscheidung bekannt. Am Markt wird fest mit einer Zinserhöhung gerechnet, was für zusätzliche Nervosität am Kryptomarkt sorgen könnte.

Die Verkaufswelle beschränkte sich nicht auf XRP, auch wenn der Coin unter den großen Kryptowährungen am stärksten getroffen wurde. Ethereum (ETH) verlor fast fünf Prozent und fiel auf rund 2.400 Dollar. Auch Solana (SOL) gab fünf Prozent ab und notierte bei etwas mehr als 97 Dollar. Dogecoin (DOGE) verlor ebenfalls fast fünf Prozent.
Bitcoin hielt sich vergleichsweise besser, entkam dem Verkaufsdruck aber nicht. Die größte Kryptowährung verlor fast drei Prozent und fiel auf knapp über 76.000 Dollar. BNB und Tron (TRX) kamen mit Verlusten von rund einem Prozent glimpflicher davon.
Auch an der Wall Street fiel die Reaktion deutlich aus. Aktien von Krypto-Unternehmen brachen kräftig ein. Coinbase verlor fast neun Prozent und schloss bei 174,42 Dollar, während Circle um mehr als neun Prozent auf 88,26 Dollar nachgab. Galaxy Digital verlor acht Prozent, Gemini sieben Prozent.
Die Unruhe folgte auf das Scheitern des CLARITY Act am Dienstag im US-Senat. Bei der Verfahrensabstimmung stimmten 49 Senatoren dafür und 50 dagegen. Für den nächsten Schritt wären 60 Stimmen nötig gewesen.
Bemerkenswert war, dass auch mehrere Republikaner dagegen stimmten. Vor der Abstimmung hatten die Verhandler mehr als 600 Seiten Kompromisstext ausgearbeitet. Vor allem die Regeln zu möglichen Interessenkonflikten blieben jedoch ein Streitpunkt.
Die demokratische Senatorin Elissa Slotkin stimmte dagegen, weil die ethischen Vorgaben aus ihrer Sicht nicht weit genug gingen. Dabei verwies sie unter anderem auf die Kryptointeressen von Donald Trump, seinen Kindern und Mitgliedern seines Kabinetts.
Zudem äußerte Slotkin Zweifel, ob die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) ausreichend Kapazitäten habe, um die neuen Regeln umzusetzen. Nach ihrer Einschätzung enthielt der Gesetzentwurf außerdem weiterhin Schwächen bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
Nach dem Scheitern der CLARITY Act rückt vorerst wieder die Arbeit der Aufsichtsbehörden in den Mittelpunkt. Die Securities and Exchange Commission (SEC) arbeitet bereits an eigenen Kryptoregeln sowie an Vorgaben für tokenisierte Wertpapiere.
Auch politisch dürfte die gescheiterte Abstimmung ein Nachspiel haben. Die US-Wahlen finden am 3. November statt, im Januar 2027 tritt ein neuer Kongress zusammen.
Am Kryptomarkt richtet sich der Blick zunächst auf den Zinsentscheid der Federal Reserve im Laufe des Tages. Händler rechnen mit einer Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der Anleger nach dem Scheitern des CLARITY Act bereits weniger Risiko eingehen wollen.
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