Die Straße von Hormus, verantwortlich für etwa ein Fünftel des weltweiten Öltransports, ist durch den Konflikt mit Iran praktisch unpassierbar geworden.
Präsident Donald Trump drängt auf eine internationale Marinekoalition, um den Durchgang wiederherzustellen, aber Verbündete von Europa bis Asien zweifeln offen an der Umsetzbarkeit. Ohne Waffenstillstand bleibt eine Wiedereröffnung laut Analysten eine Illusion.
Schifffahrt weitgehend zum Erliegen gekommen
Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist nahezu zum Stillstand gekommen. Iran hält mit sporadischen Angriffen und der Drohung von Seeminen die Kontrolle fest in der Hand. In der Praxis bestimmt Teheran, wer noch passieren darf, nicht die ausländischen Marinen, die in der Region präsent sind.
Nur wenige Schiffe schafften die Durchfahrt, oft indem sie nahe an der iranischen Küste entlangfuhren. Das deutet darauf hin, dass die Passage nur mit der stillschweigenden Zustimmung Irans möglich ist.
Die Auswirkungen sind erheblich. Seit den ersten amerikanisch-israelischen Angriffen am 28. Februar ist der Preis für Brent-Öl um etwa 40 Prozent auf über 100 Dollar pro Barrel gestiegen. Weltweit steigen die Kraftstoffpreise und die Versorgung mit Diesel und Flugzeugtreibstoff gerät zunehmend unter Druck.
Verbündete ziehen sich zurück
Trump schlug vor, mit einer internationalen Flotte kommerzielle Schiffe sicher durch die Straße von Hormus zu begleiten. Doch viele Verbündete sind skeptisch. Länder wie Deutschland und Japan zweifeln, ob ein paar zusätzliche Kriegsschiffe wirklich einen Unterschied gegen die Bedrohung durch iranische Minen und Drohnen machen.
Auch andere politische Führer halten Abstand. Der britische Premierminister Keir Starmer betonte, dass sein Land nicht in den Konflikt hineingezogen werden möchte und nannte die Wiedereröffnung der Seestraße „alles andere als einfach“. Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte, dass Frankreich vorerst nicht mitmachen werde, jedoch offen für eine Zusammenarbeit sei, sobald sich die Lage beruhigt.
Trump reagierte scharf auf diese Zurückhaltung. Ihm zufolge brauchen die Vereinigten Staaten keine Hilfe, weder von NATO-Ländern noch von Verbündeten wie Japan, Australien oder Südkorea.
Militärische Lösung garantiert keinen Erfolg
Analysten verweisen auf die Situation im Roten Meer als Warnung. Dort gelang es Huthi-Milizen aus Jemen, den Schiffsverkehr erheblich zu stören, trotz Bombardierungen durch die Vereinigten Staaten und deren Verbündete.
Laut Bob McNally, einem ehemaligen Berater des Weißen Hauses, könnte es Wochen dauern, bis die Straße von Hormus sicher ist. Solange der Iran noch über Mittel wie Seeminen, Drohnen und schnelle Angriffseinheiten verfügt, bleibt es schlichtweg zu gefährlich, Schiffe durchzulassen.
Hinzu kommt, dass die Seestraße an ihrer schmalsten Stelle nicht einmal 50 Kilometer breit ist. Schiffe befinden sich somit schnell in Reichweite von Waffen von der Küste aus. Für Versicherer und Banken ist das ein großes Risiko, weshalb Routen in der Nähe von Iran vorerst gemieden werden.
Auch nach dem Krieg bleibt die Bedrohung bestehen
Länder wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate versuchen, die Schäden zu begrenzen, indem sie Öl über Pipelines transportieren. Dennoch reicht das bei weitem nicht aus, um den Verlust der Straße von Hormus auszugleichen.
Selbst wenn der Konflikt endet, bedeutet das nicht automatisch, dass die Schifffahrt wieder in Gang kommt. Iran kann die Bedrohung als Druckmittel nutzen. Schon wenige gezielte Angriffe genügen, um Reedereien abzuschrecken.
Laut Analyst Torbjorn Soltvedt muss Iran die Seestraße nicht einmal offiziell schließen. Es reicht, die Lage gefährlich erscheinen zu lassen, damit kommerzielle Akteure das Risiko nicht eingehen wollen.
Der Krieg dauert inzwischen bereits drei Wochen an und ein Waffenstillstand ist vorerst nicht in Sicht.
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