Warren Buffett hat erneut die Bedeutung von Diversifikation unterstrichen. Sein Investmentunternehmen Berkshire Hathaway profitierte kürzlich von steigenden Ölpreisen aufgrund geopolitischer Spannungen im Nahen Osten. In kurzer Zeit brachte dies Hunderte Millionen bis Milliarden Dollar ein. Analysten sehen in dieser Entwicklung eine klare Lektion für Anleger: Eine gut diversifizierte Portfoliostruktur kann unerwartete Rückschläge abfedern.
Ölinvestment steigt durch Konflikt stark an
Der Gewinn resultiert vor allem aus einer großen Position beim Ölunternehmen Occidental Petroleum. Berkshire hält Hunderte Millionen Aktien und besitzt zudem das Recht, weitere Aktien zu einem Festpreis zu erwerben.
Als die Spannungen zwischen Israel, den Vereinigten Staaten und Iran zunahmen, stieg der Ölpreis rasant an. Innerhalb weniger Wochen kletterte der Preis für ein Fass Öl von etwa sechzig auf über hundert Dollar. Dies hatte unmittelbare Auswirkungen auf Energieunternehmen.
Die Aktie von Occidental legte um etwa zwölf Prozent zu. Gleichzeitig sank der breite Aktienmarkt leicht. Dadurch stieg der Wert von Berkshires Beteiligung erheblich. Die Kombination aus Aktien und Kaufrechten brachte dem Unternehmen in kurzer Zeit einen Gewinn von etwa zwei Milliarden Dollar ein.
Auffällig ist, dass Occidental keine Preisabsicherungen über Derivate nutzt. Daher reagiert die Aktie besonders stark auf Schwankungen des Ölpreises. In diesem Fall wirkte sich das positiv aus.
Diversifikation als Schutz gegen Marktschocks
Die zentrale Lehre liegt nicht in der Vorhersage von Ölpreisen. Analysten betonen vielmehr, dass Energieaktien als Schutzmechanismus innerhalb eines Portfolios fungieren können.
Wenn Energiepreise steigen, wirkt sich das meist negativ auf den Rest des Marktes aus. Höhere Energiepreise treiben die Inflation an und bremsen das Wachstum. Aktien und Anleihen geraten dann unter Druck. Energieunternehmen profitieren hingegen von dieser Entwicklung.
Historische Daten bestätigen dieses Bild. Portfolios mit einer kleinen Energiebeteiligung schneiden langfristig oft etwas besser ab. Zudem sind sie in Krisenzeiten weniger volatil. In früheren schwierigen Börsenphasen wie den Jahren nach 2000 und der Inflationswelle 2022 hielten sich solche Portfolios relativ stabil.
Eine begrenzte Allokation in den Energiesektor kann also sowohl die Rendite steigern als auch das Risiko mindern. Diese Kombination ist selten.
Zweite Lektion: Timing bleibt schwierig, selbst für Buffett
Es gibt eine weitere Lektion aus dieser Geschichte: Buffett stieg zu einem unglücklichen Zeitpunkt in den Energiesektor ein. Er baute seine Position in Occidental größtenteils während der Energiekrise 2022 auf. Kurz darauf sank die Aktie, was vorübergehend zu Verlusten führte.
Dennoch erweist sich diese Investition nun als erfolgreich. Das unterstreicht, wie schwierig es ist, den Markt perfekt zu timen. Selbst für einen der erfolgreichsten Investoren der Welt.
Für langfristige Anleger scheint das Timing weniger wichtig zu sein, als oft angenommen wird. Eine solide Strategie und Geduld sind entscheidender.
Der jüngste Gewinn von Berkshire zeigt, dass sich einige Investitionen erst später als wertvoll erweisen, insbesondere wenn sich die Umstände unerwartet ändern.
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