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In der Krebsbehandlung zeichnet sich möglicherweise ein Durchbruch ab. Der US-Impfstoffhersteller Moderna (MRNA) und Merck & Co. teilten am Morgen mit, dass ihre mRNA-Behandlung gegen Hautkrebs als erste die letzte Testphase erreicht.
Wie stark der Effekt für Patienten ausfällt, ist noch offen. An der Börse löste die Nachricht dennoch sofort Euphorie aus: Die Moderna-Aktie sprang innerhalb von zwei Stunden um 113 Prozent nach oben.
Moderna und Merck gaben gegen 12.45 Uhr deutscher Zeit bekannt , dass die Studie INTerpath-001 ihr primäres Ziel erreicht hat. Der Impfstoff intismeran autogene hielt in Kombination mit dem Krebsmedikament Keytruda das Melanom länger zurück als Keytruda allein.
Das Melanom gilt als gefährlichste Form von Hautkrebs. An der Studie nahmen 1.137 Patienten teil, deren Tumor operativ entfernt worden war. Zwei Drittel erhielten zusätzlich den Impfstoff, die übrigen Patienten nur Keytruda, die Immuntherapie von Merck.
Der Impfstoff wird für jeden Patienten individuell hergestellt: Die mRNA liefert dem Immunsystem ein Suchprofil für die Mutationen des jeweiligen Tumors. Auch der zweite Endpunkt wurde erreicht: Es kam zu weniger Metastasen in anderen Organen.
Moderna-Chef Stéphane Bancel sprach von einem „außergewöhnlichen Meilenstein für die mRNA-Wissenschaft“. Neue Sicherheitssignale wurden nicht beobachtet.
Die an der Nasdaq in New York notierte MRNA-Aktie stieg im vorbörslichen Handel in etwas mehr als zwei Stunden von rund 63 Dollar auf in der Spitze 134 Dollar. Damit erhöhte sich der Börsenwert um etwa 28 Milliarden Dollar. Anschließend gab der Kurs wieder etwas nach.

Dieses Niveau wurde zuletzt im Juli 2024 erreicht, wie die untenstehende Grafik zeigt. Das Rekordhoch lag im August 2021 bei knapp 454 Dollar. Damals war die Aktie stark gefragt, weil der Corona-Impfstoff zur wichtigsten Erlösquelle des Unternehmens geworden war. Einen Monat zuvor war zudem die Aufnahme in den S&P 500 erfolgt.

Die Moderna-Aktie hatte sich in diesem Jahr bereits mehr als verdoppelt, getragen von Hoffnungen auf genau diesen Impfstoff. Merck reagiert deutlich verhaltener und legt um gut 6 Prozent zu.
Allerdings ist Merck mit rund 333 Milliarden Dollar auch deutlich höher bewertet als Moderna mit 48 Milliarden Dollar.
Die wichtigste Kennzahl fehlt bislang. Die Unternehmen teilen lediglich mit, dass die Studie ihre Ziele erreicht hat, nicht aber, wie viel besser die Kombination im Vergleich zu Keytruda allein abschnitt. Ob Patienten länger leben, ist ebenfalls noch unklar; diese Untersuchung läuft weiter.
Die Daten sollen auf einem medizinischen Kongress vorgestellt werden. Bancel hält eine Zulassung ab 2027 für möglich, abhängig von den Entscheidungen der Aufsichtsbehörden.
Bis dahin bleibt Moderna ein Unternehmen mit hohem Mittelabfluss: Im zweiten Quartal stand bei 145 Millionen Dollar Umsatz ein Verlust von 782 Millionen Dollar.
Fällt die Effektstärke auf dem Kongress geringer aus als die Risikoreduktion von 49 Prozent aus der früheren Phase-2-Studie, dürfte bei Anlegern schnell Ernüchterung einsetzen.
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