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Die KI-Korrektur erfasst nun auch einen der meistbeachteten Hedgefonds der Wall Street. Situational Awareness, der Hedgefonds des früheren OpenAI-Mitarbeiters Leopold Aschenbrenner, versucht, nach schweren Verlusten in der jüngsten Verkaufswelle bei KI-Aktien neues Kapital einzuwerben.
Noch Anfang des Jahres zählte der Fonds zu den großen Gewinnern der KI-Rally. Ende Juni lag Situational Awareness laut einem Anlegerbrief netto sogar 439 Prozent im Plus. Doch die spektakulären Gewinne hatten eine erhebliche Kehrseite.
Aschenbrenner erarbeitete sich seinen Ruf mit einem einflussreichen Essay über die Zukunft der KI. Seine Kernthese: Nur ein kleiner Kreis im Silicon Valley versteht, wie schnell KI die Welt verändern wird.
Diese Erzählung verfing. Prominente Namen wie die Gründer von Stripe, der frühere GitHub-Chef Nat Friedman, Tech-Investor Daniel Gross und das Handelshaus Jane Street sollen zu den frühen Investoren gehört haben.
Der Fonds wuchs auf rund 20 Milliarden Dollar an und setzte offensiv auf Aktien, die direkt oder indirekt vom KI-Boom profitieren. Dazu zählen Chipkonzerne, Speicherwerte, Neocloud-Anbieter, Energieinfrastruktur und Softwareunternehmen.
Solange der KI-Trade nach oben lief, funktionierte das hervorragend. Als der Markt drehte, wirkte derselbe Hebel in die Gegenrichtung.
Mehrere Positionen aus dem jüngsten Bericht des Fonds sind in den vergangenen Wochen stark gefallen. Oracle und AMD verloren in diesem Monat rund 20 Prozent. Kleinere KI-nahe Werte wie Nebius, Sharon AI, Bloom Energy und Sandisk gerieten noch deutlich stärker unter Druck.

Hinzu kam der Einbruch asiatischer Chipaktien. Der Nasdaq 100 verlor im Juli rund 10 Prozent, während der südkoreanische Kospi etwa ein Drittel seines Werts einbüßte. Für einen Fonds, der stark auf KI, Chips und Infrastruktur ausgerichtet ist, ist das eine toxische Mischung.
Situational Awareness führte in den vergangenen Tagen Gespräche mit bestehenden Anlegern und Kreditgebern über frisches Kapital. Zudem soll der Fonds einzelnen Anlegern angeboten haben, Teile des Portfolios zu kaufen.
Aschenbrenner selbst sieht die Korrektur nicht zwangsläufig als Ende der Geschichte. In einem Anlegerbrief schrieb er, der Fonds sei gegen die Marktturbulenzen, vor allem in Asien, nicht immun gewesen. Zugleich erklärte er, der Rückgang habe Chancen eröffnet, die zu den attraktivsten seit Anfang 2025 gehörten.
Zudem verwies er auf mögliche Kurstreiber in der zweiten Jahreshälfte, darunter den erwarteten Börsengang von Anthropic. Das passt zu seiner übergeordneten These, dass KI die Welt weiter verändern wird und der Markt dies am Ende erneut einpreist.
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