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Am 11. August 2020 schrieb Strategy Geschichte. Das US-Softwareunternehmen gab bekannt, Bitcoin (BTC) im Wert von 250 Millionen Dollar als Teil seiner Unternehmensreserve gekauft zu haben. Was viele Anleger damals als gewagten und umstrittenen Schritt betrachteten, wurde zu einem Wendepunkt für die institutionelle Akzeptanz von Bitcoin.

Sechs Jahre später hält das Unternehmen Bitcoin im Wert von mehreren Dutzend Milliarden Dollar in seinem Besitz, und zahlreiche andere börsennotierte Unternehmen führen Bitcoin in ihrer Bilanz. Die damals heftig kritisierte Strategie gilt inzwischen als Vorbild für eine neue Generation von Firmen, die einen Teil ihrer Barreserven in Krypto halten.

Eine umstrittene Entscheidung

Als Strategy seinen ersten Kauf ankündigte, befand sich Bitcoin noch in einer ganz anderen Phase als heute. Der BTC-Kurs lag knapp über 10.000 Dollar, der Kryptomarkt war deutlich kleiner.

Institutionelle Investoren standen noch weitgehend an der Seitenlinie, und die meisten börsennotierten Unternehmen hielten überschüssige Liquidität in Dollar oder kurzfristigen Staatsanleihen.

Michael Saylor, damals CEO von Strategy, sah darin ein Risiko. Wegen der niedrigen Zinsen und der stark wachsenden Geldmenge während der Coronapandemie fürchtete er einen strukturellen Kaufkraftverlust von Bargeldbeständen. Bitcoin betrachtete er als besseren langfristigen Wertspeicher.

Die Entscheidung stieß auf viel Kritik. Analysten hielten es für unverantwortlich, dass ein börsennotiertes Softwareunternehmen einen großen Teil seiner Barreserven in eine volatile, „riskante“ Kryptowährung investierte. Auch Aktionäre fragten sich, warum sich ein Technologieunternehmen so deutlich an Bitcoin bindet.

Saylor blieb jedoch bei seiner Überzeugung. In den folgenden Jahren – und bis heute – kaufte Strategy nahezu ununterbrochen Bitcoin nach. Das Unternehmen nutzt dafür sowohl eigene Mittel als auch Kapital aus Aktien- und Anleiheemissionen.

Der riskante Schritt aus dem Jahr 2020 zahlte sich aus. Bitcoin stieg auf ein Rekordhoch von 69.000 Dollar, und auch die Strategy-Aktie legte massiv zu.

Vom Sonderfall zum Vorbild

Der Ansatz von Strategy wurde schließlich zum Vorbild für andere Unternehmen. In den folgenden Jahren nahmen immer mehr börsennotierte Firmen Bitcoin als strategische Reserveanlage auf.

Während Strategy 2020 noch eine Ausnahme war, hat sich das Konzept einer Bitcoin-Treasury von Unternehmen inzwischen zu einer etablierten Strategie in der Finanzwelt entwickelt.

Michael Saylor spielte dabei eine zentrale Rolle. In Interviews, auf Konferenzen und in Gesprächen mit Vorständen warb er weiter für Bitcoin als knappes digitales Gut und als Alternative zu traditionellen Barreserven. Sein öffentliches Auftreten trug dazu bei, dass sich immer mehr Manager und institutionelle Investoren mit dem Kryptomarkt beschäftigten.

Fünf Jahre nach dem ersten Kauf gilt die Entscheidung von Strategy als Startpunkt einer breiteren Entwicklung. Zwar folgt nicht jedes Unternehmen demselben Ansatz, doch die Zahl der Firmen, die Bitcoin in die Bilanz aufnehmen, wächst weiter.

Damit hat sich die Investition von 250 Millionen Dollar aus dem August 2020 dauerhaft in die Geschichte von Bitcoin und der Finanzmärkte eingeschrieben.

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