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Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen in den kommenden Jahren rund 40 Milliarden Euro in Deutschland investieren. Das Geld soll unter anderem in künstliche Intelligenz, Rechenzentren, Energie und Verteidigung fließen. Damit bauen beide Länder ihre wirtschaftlichen Beziehungen deutlich aus.
Nach Angaben des emiratischen Außenhandelsministers Thani Al Zeyoudi ist die Summe erst der Anfang. Der Golfstaat sucht aktiv nach neuen Partnern in Europa, um seine Wirtschaft unabhängiger vom Öl zu machen und wichtige Lieferketten abzusichern.
Von den angekündigten 40 Milliarden Euro sollen rund 10 Milliarden Euro in den Freistaat Bayern fließen. Wohin die übrigen 30 Milliarden Euro genau gehen, ist noch nicht bekannt.
Al Zeyoudi sagte bei einem Besuch in Berlin, beide Seiten wollten nach großen Chancen suchen, um die Beziehungen auf eine neue Stufe zu heben. Die Investition von 40 Milliarden Euro sei lediglich der Anfang.
Vor allem künstliche Intelligenz und Rechenzentren spielen dabei eine zentrale Rolle. Die VAE investieren seit Jahren Milliarden, um zu einem wichtigen Akteur in der globalen KI-Branche zu werden. Zugleich will das Land enger mit Deutschland in den Bereichen Energie und Verteidigung zusammenarbeiten.
Die neue Investition kommt zu den 34 Milliarden Euro hinzu, die die VAE laut Al Zeyoudi bereits in Deutschland investiert haben.
Die Ankündigung fiel mit dem Staatsbesuch von Präsident Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan in Deutschland zusammen. Es war sein erster offizieller Staatsbesuch in dem Land seit 2019, als er noch Kronprinz von Abu Dhabi war.
Während seines Besuchs traf er unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Bundesregierung will in den kommenden Jahren massiv in die Verteidigung investieren und verfolgt das Ziel, bis 2039 die stärkste Armee Europas aufzubauen.
Für die VAE eröffnet das Chancen. Das Land will seine Verteidigungskooperationen breiter aufstellen und weniger abhängig von den Vereinigten Staaten werden. Der anhaltende Konflikt mit Iran macht diese Strategie nach Einschätzung Al Zeyoudis zusätzlich wichtig.
Der Konflikt sei eine Realität, mit der die VAE umgehen müssten, sagte Al Zeyoudi. Man versuche, die Herausforderungen und Folgen der geopolitischen Lage in der Region abzufedern.
Mit ihren Investitionen hoffen die VAE zudem auf Zugang zu wichtiger Technologie und zu Produktionsketten. Wenn Produktion langfristig ins eigene Land verlagert wird, könnte Abu Dhabi weniger anfällig für mögliche Exportbeschränkungen werden.
Deutschland ist nicht das einzige Land, in dem die VAE große Summen investieren wollen. Abu Dhabi hat in den vergangenen Jahren eine Reihe milliardenschwerer Pläne angekündigt, um seinen wirtschaftlichen und politischen Einfluss weltweit auszubauen.
So hatten die VAE zuvor Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro in französische Rechenzentren zugesagt. Für Italien wurden 40 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, für die Türkei 51 Milliarden Dollar.
Die größten Pläne betreffen jedoch die Vereinigten Staaten. Dort haben die VAE Investitionen von rund 1,4 Billionen Dollar zugesagt und pflegen enge Beziehungen zu Präsident Donald Trump.
Auch andere Golfstaaten suchen verstärkt die Nähe zu Europa. Saudi-Arabien kündigte bei einem Besuch in Frankreich zuletzt mehrere Investitionen in Technologie und Verteidigung an. Damit wird die Golfregion für europäische Länder zu einer immer wichtigeren Kapitalquelle.
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