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Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) kappen sämtliche Wirtschaftsbeziehungen zu Iran. Auslöser ist ein Raketenangriff auf das Territorium des Golfstaats, für den Abu Dhabi Iran verantwortlich macht. Teheran weist eine Beteiligung zurück.
Der Schritt könnte Iran wirtschaftlich empfindlich treffen. Die VAE gehören zu den wichtigsten Handelspartnern des Landes und verschaffen Teheran Zugang zu ausländischen Waren und Devisen. Zugleich nehmen die Spannungen rund um die Straße von Hormus weiter zu. Der Ölpreis reagiert darauf und ist inzwischen auf rund 92 US-Dollar pro Barrel gestiegen.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben den gesamten Handel und alle Finanztransaktionen mit Iran bis auf Weiteres ausgesetzt. Die Regierung reagiert damit auf einen Raketen Vorfall vom Dienstagabend, für den sie Iran verantwortlich macht.
In Dubai wurde an diesem Abend Raketenalarm ausgelöst, die Einwohner wurden aufgefordert, Schutz zu suchen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden zwei Geschosse auf den Schiffsverkehr abgefeuert. Beide schlugen im Meer ein. Eines davon erreichte die Hoheitsgewässer der VAE.
Iran bestreitet jede Verantwortung. Sollte sich bestätigen, dass die Raketen tatsächlich aus Iran abgefeuert wurden, wäre es der erste iranische Angriff auf die VAE seit Mai.
Gerade die wirtschaftliche Reaktion der VAE könnte für Teheran erhebliche Folgen haben. Der Golfstaat war in den vergangenen Jahren Irans wichtigster Handelspartner und gilt als zentrale Route für die Einfuhr ausländischer Waren sowie den Zugang zu Devisen.
Vorerst betrifft der Schritt nur die Wirtschaftsbeziehungen. Die diplomatischen Beziehungen wurden nicht abgebrochen, auch der Flugverkehr zwischen beiden Ländern lief am Mittwoch weiter.
Der wirtschaftliche Bruch mit den VAE kommt für Iran zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Fast sechs Monate Krieg haben die industrielle Kapazität des Landes beschädigt, die Ölexporte stark eingeschränkt und die Inflation weiter angeheizt.
Zugleich erhöhen auch die Vereinigten Staaten den Druck. Washington arbeitet an neuen wirtschaftlichen Maßnahmen gegen Teheran, während die Verhandlungen über ein endgültiges Ende des Krieges festgefahren sind.
„Es laufen keine Gespräche mit der Islamischen Republik Iran, und es sind auch keine geplant“, schrieb Präsident Donald Trump am Dienstag.
Am selben Tag sprach US-Außenminister Marco Rubio mit dem nationalen Sicherheitsberater der VAE, Sheikh Tahnoon bin Zayed Al Nahyan. Dabei ging es unter anderem um die Sicherheit in der Region und die freie Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus.
Das Verhältnis zwischen Iran und den VAE war schon länger angespannt. Während des Krieges wurde der Golfstaat zudem mehrfach von iranischen Drohnen und Raketen getroffen. Dabei kamen 13 Menschen ums Leben; unter anderem Häfen, Energieanlagen und Hotels erlitten Schäden in Milliardenhöhe.
Trotzdem hatte Abu Dhabi die wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zu Teheran bislang aufrechterhalten. Mit der Aussetzung sämtlicher Handels- und Finanztransaktionen ist damit nun Schluss.
Die zunehmenden Spannungen machen sich unmittelbar am Ölmarkt bemerkbar. Brent-Öl legte am Mittwoch den vierten Handelstag in Folge zu und notierte bei rund 92 US-Dollar pro Barrel.
Vor allem die Lage rund um die Straße von Hormus beschäftigt den Markt. Vor Ausbruch des Krieges am 28. Februar lief rund ein Fünftel des weltweiten Transports von Öl und Flüssigerdgas über diese wichtige Seeroute.
Trump sagte am Dienstag, die Meerenge sei geöffnet und alle Seeminen seien entfernt worden. Dennoch liegt der Schiffsverkehr weiterhin deutlich unter dem Vorkriegsniveau. In den vergangenen Tagen wurden zudem mehrere Schiffe bei Versuchen angegriffen, die Meerenge zu passieren.
Eine schnelle Lösung ist vorerst nicht absehbar. Iran verhandelt mit Oman über die Verwaltung von Hormus und macht eine vollständige Wiederöffnung auch von Zugeständnissen der USA abhängig. Teheran fordert unter anderem ein Ende der amerikanischen Blockade und der Sanktionen.
Auch militärisch bleibt der Ton scharf. Die iranische Armeeführung warnte andere Golfstaaten am Mittwoch davor, die Vereinigten Staaten zu unterstützen. Nach Ansicht von Generalstabschef Ali Abdollahi könnte eine solche Unterstützung als Beteiligung an amerikanischen Militäroperationen gewertet werden.
Die Kombination aus festgefahrenen Friedensgesprächen, Problemen rund um Hormus und dem wirtschaftlichen Bruch zwischen Iran und den VAE hält die Unsicherheit am Ölmarkt damit hoch.
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