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Venezuela macht einen großen Schritt in Richtung digitaler Zahlungen. Nach Jahren der Hyperinflation will das land den Stablecoin USDT offiziell in das nationale Bankensystem integrieren – und wäre damit die erste Nation der Welt, die eine privat ausgegebene digitale Währung in ihre finanzielle Infrastruktur aufnimmt.
Laut lokalen Berichten will Venezuela bis Dezember 2025 die Nutzung des Stablecoin USDT vollständig in das nationale Banken- und Zahlungssystem integrieren. Damit wäre Venezuela das erste Land der Welt, das eine privat ausgegebene digitale Währung in seine formelle Finanzinfrastruktur aufnimmt.
Mit einer Marktkapitalisierung von 183,2 Milliarden Dollar ist USDT der größte Stablecoin der Welt. Der Stablecoin wird von Tether ausgegeben und ist an den US-Dollar gekoppelt.
Nach Angaben von Richard Ujueta, dem Vorsitzenden der Kammer für elektronischen Handel, werden Banken bald USDT-Zahlungen an regulären Geldautomaten unterstützen. Diese Entwicklung würde die Nutzung von Stablecoins in Venezuela offiziell verankern.
Die Maßnahme ist eine Reaktion auf den massenhaften Wechsel von Bürgern und Unternehmen zu digitalen Dollar. Derzeit laufen die meisten USDT-Transaktionen über das schnelle und günstige Tron (TRX)-Netzwerk.
Immer mehr Mietverträge werden in USDT ausgestellt. Viele lassen sich in USDT auszahlen und nutzen es für tägliche Einkäufe. In der Praxis fungiert der Stablecoin faktisch als Landeswährung, auch wenn es formal keine Dollarisierung gibt. Plattformen wie Binance verwalten Schätzungen zufolge Millionen Konten von Venezolanern mit Guthaben in USDT.
Seit 2014 steckt Venezuela in einer Wirtschaftskrise. Der Einbruch des Ölpreises, umfangreiche Geldschöpfung durch die Zentralbank und strenge Kapitalkontrollen führten zur Hyperinflation. 2017 stieg die Inflation über tausend Prozent. Ein Jahr später erreichte sie laut Schätzungen des IWF mehr als eine Million Prozent.
Auch wenn das Tempo der Teuerung inzwischen nachgelassen hat, bleibt das Problem hartnäckig: 2025 liegt die jährliche Inflation immer noch über zweihundert Prozent. Die Landeswährung, der Bolívar, verliert weiter rasant an Wert. Für viele Venezolaner wird der Wechsel zu stabilen digitalen Währungen damit nahezu unausweichlich.
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