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Während Anleger zunehmend an der Tragfähigkeit der KI-Rally zweifeln, setzt TSMC ein deutliches Gegensignal. Der taiwanische Chipkonzern beschleunigt den Bau seiner Werke in Arizona und erhöht sein gesamtes Investitionsprogramm in dem US-Bundesstaat auf 265 Milliarden Dollar.
Davon entfallen 100 Milliarden Dollar auf zusätzliche Mittel über die bisherigen Pläne hinaus.
Finanzchef Wendell Huang zufolge sieht TSMC bei der Nachfrage nach KI-Chips weiterhin einen mehrjährigen „Megatrend“. Das Unternehmen will diese Chance nicht ungenutzt lassen.
Huang machte deutlich: TSMC will der Konkurrenz in diesem Markt kein Geschäft überlassen.

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. In den vergangenen Tagen standen Chipaktien weltweit unter Druck. Anleger nehmen nach einer enormen Rally Gewinne mit und fragen sich zunehmend, ob die Hunderte Milliarden Dollar an KI-Investitionen am Ende ausreichende Renditen bringen.
Das ist die neue Phase des KI-Bullenmarkts. Eine starke Nachfrage allein reicht nicht mehr aus. Der Markt verlangt Belege dafür, dass Rechenzentren, Chips und Infrastruktur auch hohe Gewinne und Cashflows liefern.
TSMC lässt sich von diesen Zweifeln vorerst kaum beirren. Das Unternehmen hatte seine Investitionsprognose für dieses Jahr bereits auf 60 bis 64 Milliarden Dollar angehoben und beschleunigt nun den Ausbau in den USA.
Die erste Ausbaustufe des TSMC-Werks in Arizona läuft inzwischen mit 4-Nanometertechnologie. Laut Huang soll die Produktion dort in den kommenden Quartalen weiter hochgefahren werden.
Zudem will TSMC neue Werke für fortschrittliche 2-Nanometerchips bauen und in Advanced Packaging investieren. Dieser Bereich wird für KI immer wichtiger, weil leistungsstarke Chips in immer komplexeren Verfahren kombiniert werden müssen.
Der Ausbau in Arizona ist damit nicht nur politisch bedeutsam, sondern auch strategisch. TSMC will näher an seinen großen US-Kunden produzieren und zugleich von staatlicher Unterstützung in den USA profitieren.
Für die kommenden Quartale verweist TSMC vor allem auf die 2-Nanometertechnologie als neuen Umsatztreiber.
Je kleiner die Transistoren auf einem Chip sind, desto mehr Rechenleistung und Effizienz werden möglich. Für KI-Anwendungen ist das entscheidend, weil immer mehr Leistung aus immer kleineren und sparsameren Chips kommen muss.
Gleichzeitig nutzt TSMC seine bestehende Kapazität effizienter. Das Unternehmen wandelt 5-Nanometerkapazitäten schneller auf 3 Nanometer um, um die Nachfrage der Kunden bedienen zu können.
Das sagt viel über den zugrunde liegenden Markt aus. An der Börse mögen die Bewertungen von KI-Aktien infrage stehen, doch bei TSMC bleiben die Aufträge stark genug, um die Kapazitäten offensiv auszubauen.
Ganz ohne Risiko ist diese Entwicklung dennoch nicht. Die Produktion in den USA ist TSMC zufolge vier- bis fünfmal teurer als in Taiwan. Die internationale Expansion kann daher kurzfristig die Margen belasten.
Zudem kalkuliert das Unternehmen weiterhin mit geopolitischen und regulatorischen Risiken. TSMC betont, Exportbeschränkungen einzuhalten, während chinesische Kunden weiterhin rund 8 Prozent zum Umsatz beitragen.
Auch der Krieg im Nahen Osten bleibt ein Risiko für Lieferketten und Marktstimmung. Huang zufolge ist die Wirkung dank breiter aufgestellter Beschaffung und Sicherheitsbeständen beherrschbar.
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