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Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Iran hat sich erneut deutlich verschärft. US-Streitkräfte flogen eine neue Angriffswelle gegen iranische Ziele, woraufhin Teheran meldete, US-Militärstützpunkte in der Region mit Raketen beschossen zu haben. Zudem sollen die USA zwei iranische Öltanker angegriffen haben.

Zugleich zeigt Donald Trump kaum Interesse an neuen Verhandlungen mit Iran. Der US-Präsident gibt sich mit der aktuellen Position der Vereinigten Staaten zufrieden und misst einem möglichen neuen Abkommen wenig Bedeutung bei. Die Eskalation wirkt sich unmittelbar auf die Finanzmärkte aus. Der Ölpreis steigt weiter, damit wächst auch die Sorge vor anhaltend hoher Inflation.

USA greifen Iran erneut an

Die Vereinigten Staaten haben eine neue Angriffswelle gegen Ziele in Iran geflogen. Nach Angaben des US Central Command (CENTCOM) wurden dabei unter anderem Luftabwehrsysteme, Radaranlagen, maritime Ziele und Kommunikationseinrichtungen der Iranischen Revolutionsgarden getroffen. Auch Anlagen, die zur Verlegung von Seeminen genutzt werden können, waren Ziel der Angriffe.

Nach Darstellung von CENTCOM waren die Angriffe eine Reaktion auf jüngste iranische Versuche, Handelsschiffe in der Straße von Hormus sowie US-Soldaten in der Region anzugreifen.

Es war die zweite US-Angriffswelle innerhalb von rund drei Tagen. Bereits Anfang der Woche hatten US-Streitkräfte iranische Raketenstellungen angegriffen. Nach Angaben Washingtons wurden dort Raketen vorbereitet, mit denen Seeminen in Richtung der Straße von Hormus hätten gebracht werden können.

Auch auf See nimmt die Spannung weiter zu. Axios zufolge hat das US-Militär zwei iranische Tanker angegriffen. Ein US-Regierungsvertreter erklärte, dies sei Teil einer neuen Linie Trumps, wonach die USA Angriffe auf Tanker mit entsprechenden Gegenschlägen beantworten.

Am Vortag waren zwei Öltanker kurz nacheinander von Projektilen getroffen worden, als sie die Straße von Hormus verlassen wollten.

Irans Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Nach Angaben der halboffiziellen Nachrichtenagentur Tasnim begann Teheran binnen weniger Stunden eine „entscheidende Operation“ gegen US-Militärziele in der Region. Iran erklärte, Raketen auf einen US-Stützpunkt in Jordanien und eine US-Militäreinrichtung in Bahrain abgefeuert zu haben. Auch Kuwait meldete, anfliegende Projektile abgefangen zu haben.

Washington hat den von Iran gemeldeten Angriff auf den US-Stützpunkt in Jordanien bislang nicht bestätigt. Lokale Medien berichteten jedoch, Luftabwehrsysteme hätten anfliegende Raketen abgefangen.

Trump zeigt wenig Interesse an neuem Iran-Abkommen

Trotz der neuen Angriffe zeigt Trump kaum Interesse an Verhandlungen mit Iran. Auf Truth Social machte er deutlich, dass er mit der aktuellen Position der Vereinigten Staaten zufrieden ist und ein neues Abkommen nicht für erforderlich hält.

„Mir ist egal, ob sie ein Abkommen unterzeichnen, das für sie wertlos ist“, schrieb Trump. „Unsere derzeitige Position halte ich für deutlich besser.“

Nach Trumps Darstellung steht die iranische Wirtschaft kurz vor dem Kollaps. Die jüngsten US-Angriffe seien eine Vergeltung für iranische Versuche, neue Minen in der Straße von Hormus zu verlegen, sowie für einen früheren Angriff auf einen US-Militärstützpunkt. Sollte Iran erneut zurückschlagen, droht Trump mit weiteren Angriffen.

Aus seiner Regierung kommen zugleich andere Signale. Finanzminister Scott Bessent erwartet, dass die wirtschaftlichen Probleme Iran letztlich doch an den Verhandlungstisch zwingen werden. Seiner Einschätzung nach geraten die iranischen Entscheidungsträger durch die schlechte wirtschaftliche Lage zunehmend unter Druck.

Bessent hatte zuvor eine neue Wirtschaftskampagne gegen Iran und dessen Handelspartner angekündigt. Ziel ist es, den finanziellen Druck auf Teheran weiter zu erhöhen. Staaten mit engen Wirtschaftsbeziehungen zu Iran lassen sich von den amerikanischen Drohungen bislang jedoch kaum beeindrucken.

Auch in Teheran sind die Erwartungen an neue Verhandlungen gering. Präsident Masoud Pezeshkian zeigte beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Kirgisistan wenig Zuversicht, dass die Gespräche rasch wieder aufgenommen werden. Katar versucht unterdessen, hinter den Kulissen weiter zu vermitteln.

Ölpreis steigt nach neuen Angriffen weiter

Die neuen Angriffe sind an den Finanzmärkten unmittelbar spürbar. Brent-Öl verteuerte sich um rund zwei Prozent auf 96,50 Dollar je Fass. Seit Jahresbeginn ist der Ölpreis inzwischen um mehr als 45 Prozent gestiegen.

Vor allem die Lage rund um die Straße von Hormus beschäftigt Anleger. Die schmale Seeroute ist für den weltweiten Ölhandel entscheidend. In der vergleichsweise ruhigen Phase der vergangenen Wochen hatte sich der Öltransport durch die Meerenge bereits wieder auf etwa die Hälfte des Vorkriegsniveaus erholt. Die neuen Kämpfe gefährden diese Erholung erneut.

Die Vereinigten Staaten erklären, die internationalen Schifffahrtsrouten seien wieder offen, nachdem US-Streitkräfte iranische Seeminen geräumt hätten. Bloomberg zufolge bezweifeln mehrere US-Verbündete jedoch, dass die Straße von Hormus tatsächlich vollständig minenfrei ist.

Sollten die Kämpfe erneut längere Zeit anhalten, könnte das den Ölpreis weiter nach oben treiben. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Inflation hoch bleibt. Diese Sorgen zeigen sich bereits am Anleihemarkt, wo die weltweiten Renditen auf den höchsten Stand seit 2008 gestiegen sind. Anleger rechnen inzwischen stärker mit weiteren Zinserhöhungen der Federal Reserve.

Auch Washington warnt davor, dass der Konflikt weiter außer Kontrolle geraten könnte. Die US-Regierung warnte Amerikaner in der Region am Dienstag vor dem Risiko einer „unvorhergesehenen Eskalation“. Der republikanische Kongressabgeordnete Mike Rogers sagte nach einer nicht öffentlichen militärischen Unterrichtung ebenfalls, er rechne mit einer möglichen Ausweitung der Kämpfe.

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