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Die Hoffnung auf eine rasche Wiederöffnung der Straße von Hormus schwindet erneut. US-Präsident Donald Trump verschärft seine Forderungen an Iran und verlangt von Teheran Entschädigungszahlungen für Opfer früherer Anschläge und Konflikte.
Das dürfte die Verhandlungen weiter erschweren. In den vergangenen Tagen war noch der Optimismus gewachsen, dass eine Einigung über den Schiffsverkehr durch Hormus näher rückt. Die neuen Forderungen sorgen für zusätzliche Unsicherheit und treiben den Ölpreis weiter nach oben.
Trump machte am Montag deutlich, dass er künftige Verhandlungen mit Iran an neue Bedingungen knüpft. Der US-Präsident will, dass Teheran Entschädigungen für Opfer von Anschlägen und Konflikten zahlt, für die er Iran verantwortlich macht.
Zudem verlangt Trump Ausgleichszahlungen für die Familien iranischer Demonstranten, die nach seinen Angaben von den Behörden getötet wurden. Außerdem soll Iran nach seiner Vorstellung für Schäden und Opfer von Konflikten unter anderem im Libanon, in Syrien, im Jemen und in Gaza aufkommen, wo vom Iran unterstützte Gruppen aktiv sind.
Erschwerend kommt hinzu, dass Iran seinerseits Geld von den Vereinigten Staaten fordert. Teheran verlangt Entschädigung für Schäden, die im Krieg mit den USA und Israel entstanden sind.
Damit verlangen beide Staaten Entschädigungen voneinander. Eine Einigung über die Straße von Hormus wird dadurch schwieriger. Iran will die wichtige Schifffahrtsroute erst dann wieder vollständig freigeben, wenn unter anderem die US-Blockade iranischer Häfen aufgehoben wird, eingefrorene Guthaben freigegeben werden und Vereinbarungen über Entschädigungen für Kriegsschäden zustande kommen.
Die neuen Forderungen Trumps dämpfen die Hoffnung auf eine rasche Einigung über die Straße von Hormus. Am Ölmarkt ist das unmittelbar zu spüren.
Brentöl stieg am Dienstagmorgen auf 88 Dollar je Barrel. Bereits am Vortag war der Ölpreis um fünf Prozent nach oben gesprungen. Damit legt der Preis inzwischen den vierten Handelstag in Folge zu.
Auch Diesel verteuert sich deutlich. Europäische Dieselkontrakte stiegen um mehr als zehn Prozent. Dabei spielt nicht nur die Unsicherheit rund um Hormus eine Rolle. Auch Angriffe auf Raffinerien in Saudi-Arabien, Libyen und Russland schüren Sorgen über die Verfügbarkeit von Kraftstoff.
Die Probleme zeigen sich zudem deutlich in der Schifffahrt. Die Miete für einen großen Öltanker auf der wichtigen Route vom Nahen Osten nach China kostet inzwischen fast 500.000 Dollar pro Tag. Das ist mehr als doppelt so viel wie vor Ausbruch des Krieges.
Die teilweise Sperrung von Hormus schlägt inzwischen immer deutlicher auf die Weltwirtschaft durch. Ökonomen haben ihre Wachstumsprognosen gesenkt und rechnen zugleich mit höherer Inflation.
Für die Zentralbanken ist das eine schlechte Nachricht. Wenn höhere Energiepreise die Inflation länger auf hohem Niveau halten, könnten Zinssenkungen weiter verschoben werden. An einigen Finanzmärkten werden sogar neue Zinserhöhungen eingepreist.
Trump hatte zuvor noch den Eindruck erweckt, vor allem wirtschaftlichen Druck auf Iran ausüben zu wollen, statt neue Militärschläge zu beginnen. Am Montag hielt er sich diese Möglichkeit jedoch ausdrücklich offen.
Nach Trumps Darstellung ist Hormus derzeit „offen“ und die Vereinigten Staaten haben die Kontrolle. Auf die Frage nach einer möglichen weiteren militärischen Eskalation machte er deutlich, dass Washington diese Option weiterhin in der Hinterhand behält.
Für den Ölmarkt bleibt damit vor allem eine Frage entscheidend: Finden die Vereinigten Staaten und Iran doch noch ausreichend zueinander, um den Schiffsverkehr durch Hormus tatsächlich und dauerhaft wiederherzustellen?
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