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Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran nehmen erneut rasch zu. Präsident Donald Trump droht mit weiteren Angriffen auf Iran und schließt auch eine Blockade iranischer Häfen nicht aus. Damit erhöht Washington den Druck auf Teheran weiter, während die Sorge vor einer neuen Eskalation des Konflikts wächst.
Trump sagte auf dem NATO-Gipfel, die Vereinigten Staaten hätten Iran „gestern hart getroffen“, und deutete an, dass weitere Angriffe schon bald folgen könnten. Nach Angaben amerikanischer Regierungsvertreter waren an den Angriffen auf Dutzende militärische Ziele in Iran fast 40 Kampfflugzeuge beteiligt, darunter F-35, F-15, F-16 und F/A-18, außerdem Drohnen.
Zugleich verschärfte Washington den wirtschaftlichen Druck. Die US-Regierung hob eine Ausnahmeregelung auf, die Iran den Verkauf von Öl auf dem Weltmarkt erlaubt hatte. Die Entscheidung folgte auf Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus, für die die USA Iran verantwortlich machen.
Auch eine neue Blockade iranischer Häfen kommt Trump zufolge infrage. „Wir können die Blockade wieder verhängen, und sie würde ausschließlich Iran betreffen“, sagte der Präsident. Zudem wiederholte er seine frühere Warnung, dass die USA bei Bedarf auch kritische Infrastruktur wie Kraftwerke und Entsalzungsanlagen angreifen könnten.
Iran reagierte scharf auf das Vorgehen der USA. Ein Berater des obersten Führers des Landes kündigte auf X eine „unverzügliche Antwort“ an. Auch das iranische Außenministerium erklärte, die amerikanischen Angriffe und die Blockade der Ölverkäufe machten die vorläufigen Friedensabsprachen faktisch wertlos.
Nach Darstellung Teherans ist das Vertrauen in die Verhandlungen weiter beschädigt. Iran verweist dabei nicht nur auf Washington, sondern auch auf die anhaltenden israelischen Angriffe im Libanon.
Inzwischen erheben beide Seiten schwere Vorwürfe. Sowohl die USA als auch Iran werfen der jeweils anderen Seite vor, die vorläufige Waffenruhe gebrochen zu haben. Die Vereinbarung sollte eigentlich Raum für 60-tägige Verhandlungen über das iranische Atomprogramm, die Sicherheit in der Straße von Hormus und die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte schaffen. Von echten Fortschritten ist bislang keine Rede.
Die neue Eskalation sorgt erneut für Unruhe an den Energiemärkten. Der Ölpreis legte am Mittwoch den zweiten Tag in Folge zu, weil Anleger Störungen in der Straße von Hormus fürchten, einer zentralen Schifffahrtsroute für einen großen Teil der weltweiten Ölexporte.
Nach Angaben des US-Militärs wurden bei der jüngsten Operation mehr als 80 militärische Ziele in Iran angegriffen. Dabei sollen unter anderem Luftabwehrsysteme, Kommandozentren und Radaranlagen entlang der Küste ausgeschaltet worden sein.
Die diplomatischen Aussichten scheinen sich derweil weiter einzutrüben. Die Gespräche zwischen Washington und Teheran liegen auf Eis, auch weil Iran nach dem Tod des obersten Führers Ali Khamenei eine einwöchige Staatstrauer ausgerufen hat.
Trump bekräftigte außerdem, Iran dürfe seiner Ansicht nach niemals Atomwaffen entwickeln. Zugleich dämpfte er die Erwartungen an einen diplomatischen Durchbruch. Unter den Bedingungen der USA werde Iran keine Atomwaffe bauen, sagte der Präsident. Möglich sei aber auch, dass es überhaupt keine Vereinbarung gebe.
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