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Die USA haben eine befristete Ausnahmegenehmigung für den Export iranischen Öls überraschend aufgehoben. Damit drohen rund 63 Millionen Barrel Öl, die bereits auf Tankern auf See lagern, vorerst keinen Käufer zu finden. Anleger fürchten, dass der Wegfall dieses Angebots den Ölpreis weiter nach oben treiben könnte, während die Spannungen im Nahen Osten erneut zunehmen.
Nach Berechnungen von Bloomberg befindet sich das iranische Öl verteilt über den Persischen Golf und asiatische Gewässer. Viele Tanker haben kein Ziel oder warten noch auf einen Käufer. Durch die Entscheidung Washingtons wird es für Iran deutlich schwieriger, das Öl doch noch abzusetzen. Damit gerät eine wichtige Einnahmequelle unter Druck.
Die Ausnahmegenehmigung war Teil einer befristeten Vereinbarung zwischen Washington und Teheran. Ende Juni erhielt Iran 60 Tage Zeit, Öl ohne US-Sanktionen zu exportieren. Die Regelung sollte die Spannungen in der Region dämpfen und dazu beitragen, die Straße von Hormus offen zu halten.
Nach iranischen Angriffen auf Handelsschiffe in der Meerenge hat die US-Regierung die Regelung jedoch aufgehoben.
Damit droht Iran eine wichtige Einnahmequelle wegzubrechen. Zugleich verschwindet zusätzliches Öl vom Weltmarkt, ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Energiepreise wieder steigen.
Schon vor der Aufhebung der Ausnahmegenehmigung hatte Iran Schwierigkeiten, Käufer zu finden. Händler boten das Öl Raffinerien in Japan, Südkorea und Taiwan an, auch indische Unternehmen zeigten Interesse. Viele Marktteilnehmer wollten jedoch zunächst Klarheit darüber, ob die US-Ausnahme verlängert würde.
Diese Sicherheit ist nun weggefallen. Damit bleibt China praktisch der einzige große Abnehmer. Selbst dort dürfte Iran erhebliche Preisnachlässe gewähren müssen, um das Öl noch loszuwerden.
Für die Finanzmärkte ist vor allem die Wirkung auf den Ölpreis entscheidend. Ein geringeres verfügbares Angebot könnte die Energiepreise weiter antreiben. Das kann die Inflation erneut befeuern und die Federal Reserve dazu zwingen, die Zinsen länger hoch zu halten.
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