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Der starke Anstieg der US-Anleiherenditen belastet die Unternehmen zunehmend. Besonders betroffen sind Firmen mit geringer Bonität.
Die Finanzierungskosten für US-Unternehmen mit den schlechtesten Bonitätsnoten sind in diesem Monat auf rund 17 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Stand seit Mai 2020.
Gleichzeitig ist der Risikoaufschlag für Unternehmen mit einem Rating von CCC oder schlechter auf rund zwölf Prozentpunkte gestiegen – den höchsten Stand seit 2022.

Unter Druck stehen vor allem Unternehmen, die demnächst neue Schulden aufnehmen müssen.
Viele Unternehmen konnten sich zu Beginn des Jahrzehnts noch zu historisch niedrigen Zinsen finanzieren. Werden diese Schulden nun fällig, müssen sie sich zu deutlich höheren Kosten refinanzieren.
Das kann die Profitabilität erheblich beeinträchtigen. Nach einer früheren Schätzung von Moody’s werden zwischen 2026 und 2030 Schulden von US-Unternehmen mit Investment-Grade-Rating in Höhe von rund 1,45 Billionen Dollar fällig.
Bleiben die Zinsen länger auf dem aktuellen Niveau, könnte das für immer mehr Unternehmen zum Problem werden.
Die Verunsicherung zeigt sich inzwischen auch am Anleihemarkt.
Die Bank of America hat ihre Prognose für das Volumen der in diesem Monat erwarteten Dollar-Anleiheemissionen von Unternehmen mit Investment-Grade-Rating von rund 160 Milliarden auf 110 Milliarden Dollar gesenkt.
Zudem entscheiden sich Unternehmen häufiger für Schulden mit kurzen Laufzeiten. Sie wollen sich nicht über Jahre an die derzeit hohen Finanzierungskosten binden und hoffen, sich später zu niedrigeren Zinsen refinanzieren zu können.
Einige Emissionen werden sogar verschoben oder angepasst, weil Anleger zunehmend kritisch prüfen.
Bleiben die langfristigen Zinsen in etwa auf diesem Niveau, könnten die Folgen weit über höhere Zinslasten hinausgehen.
Unternehmen könnten Investitionen, Übernahmen, Aktienrückkäufe und Expansionspläne verschieben, weil die Finanzierung zu teuer wird.
Damit gewinnt der Anleihemarkt für die übrige Wirtschaft an Bedeutung. Bislang kommen große Technologieunternehmen mit den höheren Zinsen vergleichsweise gut zurecht. Dazu tragen auch starke Cashflows und die enormen Investitionen in die KI-Infrastruktur bei.
Steigen die Zinsen jedoch weiter oder bleiben sie dauerhaft hoch, könnten die Belastungen weitere Teile der Wirtschaft erfassen.
Der eigentliche Stresstest steht an, wenn zahlreiche Unternehmen gleichzeitig ihre Schulden refinanzieren müssen. Kann das Gewinnwachstum mit den steigenden Finanzierungskosten nicht Schritt halten, wird aus einem Zinsproblem letztlich ein Kreditproblem.
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