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Das Unternehmen hinter dem weltbekannten S&P 500 geht im Kryptomarkt den nächsten Schritt. S&P hat gestern gemeinsam mit der Investmentgesellschaft Pantera Capital einen Krypto-Index gestartet. Bitcoin (BTC) fehlt jedoch – aus gutem Grund.

Krypto-Index stellt Umsätze in den Mittelpunkt

Der gestern vorgestellte S&P Pantera Digital Asset Index soll großen Investoren einen verlässlichen Maßstab für digitale Coins liefern. Ein Index misst die Entwicklung einer Gruppe von Anlagewerten und dient häufig als Grundlage für Anlageprodukte wie Exchange Traded Funds (ETFs).

„S&P Dow Jones Indices bietet Investoren verlässliche Maßstäbe, um Marktrauschen auszublenden. Der S&P Pantera Digital Asset Index überträgt diese Disziplin auf digitale Vermögenswerte – mit einem Regelwerk, das auf Fundamentaldaten und wirtschaftlichen Kennzahlen basiert und für diversifizierte Portfolios konzipiert ist.“

Das sagte Cathy Clay, CEO von S&P Dow Jones Indices.

Die Aufnahmekriterien sind streng. Ein Projekt muss in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Quartalen Umsätze erzielt haben, eine Marktkapitalisierung von mindestens 500 Millionen Dollar aufweisen und ausreichend gehandelt werden. Memecoins sind grundsätzlich ausgeschlossen.

Dabei bleibt es nicht: Die Einnahmen müssen tatsächlich den Inhabern des jeweiligen Coins zugutekommen. Dazu zählen etwa Rückkäufe von Coins, Erträge für Staker oder Ausschüttungen. Das Datenunternehmen Artemis prüft die Zahlen direkt auf der Blockchain.

Der Index startet mit 18 Coins, die in den vergangenen zwei Quartalen zusammen annualisiert mehr als 3 Milliarden Dollar Umsatz erzielten.

Die fünf größten Positionen sind Ethereum (ETH), Binance Coin (BNB), Solana (SOL), Tron (TRX) und Hyperliquid (HYPE). Die vollständige Liste wurde noch nicht veröffentlicht.

Für die Gewichtung gelten Obergrenzen: Der größte Coin darf höchstens 35 Prozent des Index ausmachen, alle übrigen Positionen jeweils maximal 20 Prozent. Die Zusammensetzung wird vierteljährlich überprüft.

So qualifizieren sich die Coins für den Index

Bei den genannten Namen ist klar, wie sie Einnahmen an die Inhaber des jeweiligen Coins weitergeben:

  • Ethereum: Nutzer zahlen Transaktionsgebühren (Gas Fees), ein Teil davon wird verbrannt. Dadurch sinkt das Angebot, wovon alle Halter profitieren. Staker erhalten zudem neben neu ausgegebenen ETH die Priority Fees, also Aufschläge, die Nutzer für eine bevorzugte Abwicklung zahlen.
  • Binance Coin: Die BNB Chain erhebt Transaktionsgebühren, außerdem wird jedes Quartal eine bestimmte Menge an Coins vernichtet.
  • Solana: Die Hälfte der Basisgebühr pro Transaktion wird verbrannt, Staker werden an den Erträgen beteiligt.
  • Tron: Das Netzwerk wird vor allem für Stablecoin-Transaktionen genutzt und verbrennt den Großteil der vereinnahmten Gebühren.
  • Hyperliquid: Die Börse für Kryptoderivate verwendet ihre Handelsgebühren für automatische Rückkäufe des eigenen Coins.
  • AAVE (das Pantera als Beispiel nannte): Kreditnehmer zahlen auf dieser Kreditplattform Zinsen, ein Teil davon fließt in eine von Tokeninhabern verwaltete Reserve.

Warum Bitcoin außen vor bleibt

Bitcoin, die erste und größte Kryptowährung des Marktes, erzielt durchaus Einnahmen. Nutzer zahlen Transaktionsgebühren, diese gehen jedoch vollständig an die Miner.

Das sind die Akteure, die Transaktionen mit Rechenleistung verarbeiten und damit zugleich das Netzwerk absichern.

Es werden keine Coins verbrannt und es gibt keine Ausschüttungen, weshalb Coin-Inhaber nicht unmittelbar profitieren. Damit scheitert die größte Kryptowährung am zentralen Kriterium des Index.

Pantera sieht darin keine Lücke, da große Investoren bereits über separate Börsenfonds ein Bitcoin-Engagement aufbauen können.

„Wir sehen digitale Vermögenswerte an einem Wendepunkt. Deshalb haben wir gemeinsam mit S&P Dow Jones Indices einen Index entwickelt, der herausarbeiten soll, welche digitalen Vermögenswerte und Infrastrukturprojekte tatsächlich relevant sind“, sagte Dan Morehead, Gründer und Managing Partner von Pantera Capital.

Pantera führt bereits Gespräche mit Vermögensverwaltern über ETFs und andere Produkte auf Basis des Index. Sollten diese auf den Markt kommen, könnten die 18 ausgewählten Coins zusätzliche Mittelzuflüsse erhalten, an denen Bitcoin diesmal nicht beteiligt wäre.

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