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Ismael „El Mayo“ Zambada, einer der Mitgründer des berüchtigten Sinaloa-Kartells, ist in den Vereinigten Staaten zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Zusätzlich muss er bis zu 15 Milliarden US-Dollar abgeben. Die Summe orientiert sich an den Erträgen des Kartells über einen Zeitraum von mehr als drei Jahrzehnten.

Es ist eine der größten Einziehungsentscheidungen in der amerikanischen Strafrechtsgeschichte. Zambada gehörte gemeinsam mit Joaquín „El Chapo“ Guzmán zu den Gründungsfiguren des Sinaloa-Kartells, das zu einer der mächtigsten Drogenorganisationen der Welt aufstieg.

Der Stratege hinter dem Kartell

Während El Chapo als brutaler und schillernder Anführer galt, wurde El Mayo häufig als Stratege beschrieben.

Er suchte selten die Öffentlichkeit, soll aber über Jahre eine zentrale Rolle bei der Bestechung von Politikern, Militärs und anderen Machtträgern gespielt haben. So konnte das Kartell große Mengen Kokain, Heroin, Methamphetamin und später Fentanyl in die Vereinigten Staaten bringen.

Nach Angaben amerikanischer Staatsanwälte zählte Zambada jahrzehntelang zu den mächtigsten Drogenhändlern der Welt.

Unter seiner Führung soll das Kartell unter anderem Millionen Kilogramm Drogen vertrieben und neue Schmuggelmethoden genutzt haben, darunter Tunnel und Bahnverbindungen zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten.

Lebenslange Haft nach Schuldbekenntnis

Zambada hatte sich zuvor schuldig bekannt, eine kriminelle Organisation geführt und sich im Rahmen eines RICO-Verfahrens verschworen zu haben. Vor Gericht akzeptierte er seine Strafe und warnte jüngere Generationen davor, denselben Weg einzuschlagen.

Das macht seinen Fall bemerkenswert. Seine Anwälte versuchten, ihn als Gegenbild zu El Chapo darzustellen: als jemanden, der Verantwortung übernahm und ein extrem komplexes Bundesverfahren vermied.

Der Richter sah dennoch keinen Grund für Milde.

Zambada muss lebenslang in Haft

Die Einziehung von 15 Milliarden US-Dollar hat vor allem symbolischen Charakter. Die Summe klingt spektakulär, doch offen ist, wie viel davon die US-Regierung jemals tatsächlich eintreiben kann.

Bislang wurden keine Vermögenswerte beschlagnahmt, die auf diesen Betrag angerechnet werden könnten. Damit ist das Urteil teilweise symbolisch.

Es zeigt, wie hoch die amerikanischen Behörden die Erträge des Sinaloa-Kartells einschätzen. Geld aus einem über Jahrzehnte gewachsenen internationalen kriminellen Netzwerk zurückzuholen, ist jedoch eine ganz andere Frage.

Vermögenswerte sind häufig über Strohmänner, Bargeld, Immobilien, Unternehmen und internationale Konstruktionen verschleiert.

Festnahme löste Kartellkrieg aus

Der Fall hat auch in Mexiko weitreichende Folgen. Zambada wurde 2024 nach einer Entführung durch Joaquín Guzmán López, einen Sohn von El Chapo, in die Vereinigten Staaten gebracht. Dieses Ereignis setzte einen internen Krieg innerhalb des Sinaloa-Kartells in Gang.

Seitdem sind im Bundesstaat Sinaloa Tausende Menschen getötet worden, Tausende weitere gelten als verschwunden.

Das zeigt, dass die Festnahme eines Kartellchefs nicht automatisch für Ruhe sorgt. Mitunter entsteht vielmehr ein Machtvakuum, in dem rivalisierende Fraktionen gewaltsam klären, wer die Kontrolle übernimmt.

Der Drogenhandel hat sich verändert

Zambada gehört zu einer älteren Generation von Kartellbossen. Er begann in den sechziger Jahren mit Marihuana und stieg in einer Zeit auf, in der Kokain, Heroin und Schmuggelrouten im Zentrum standen. Der moderne Drogenhandel funktioniert jedoch anders.

Heute entfällt ein immer größerer Teil des Marktes auf synthetische Drogen, Vorläuferchemikalien aus Asien und Fentanyl. Die Droge hat in den Vereinigten Staaten Hunderttausende Menschenleben gefordert und ist zu einem der größten politischen und gesellschaftlichen Probleme geworden.

Deshalb wurde der Kampf gegen mexikanische Kartelle unter Trump weiter verschärft. Mehrere Kartelle wurden als terroristische Organisationen eingestuft, wodurch Washington zusätzliche Mittel erhält, um Netzwerke, Geldströme und politische Verbindungen ins Visier zu nehmen.

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