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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt Fluggesellschaften vor einer deutlichen Zunahme ukrainischer Drohnen über Russland. Der russische Luftraum könnte dadurch für die zivile Luftfahrt zunehmend schwerer nutzbar und riskanter werden.

Die Warnung folgt auf sechs Nächte in Folge mit schweren russischen Angriffen auf Kiew und die umliegenden Gebiete. Die Ukraine will zurückschlagen und ihre Drohnenangriffe tief in Russland weiter ausweiten. Selenskyj betont, dass die Ukraine keine Passagierflugzeuge ins Visier nehmen werde.

Ukraine will deutlich mehr Drohnen über Russland einsetzen

„Der russische Luftraum wird faktisch geschlossen sein“, schrieb Selenskyj am Dienstagabend auf X. „Es werden schlicht so viele Drohnen im russischen Luftraum unterwegs sein, dass man das berücksichtigen muss.“

Der ukrainische Präsident richtete seine Warnung vor allem an Fluggesellschaften, Versicherer und andere Akteure, die den russischen Luftraum nutzen. Auch Flüge von und zu den großen Flughäfen rund um Moskau und Sankt Petersburg könnten aus seiner Sicht mit höheren Risiken verbunden sein.

Für Russland könnte das erhebliche Folgen haben. Seit Beginn der groß angelegten russischen Invasion vor gut vier Jahren gibt es in der Ukraine praktisch keine zivile Luftfahrt mehr. In Russland laufen Inlandsflüge und einige internationale Verbindungen dagegen weiter. Der Luftverkehr ist dort wegen der enormen Entfernungen besonders wichtig: Das Land erstreckt sich über elf Zeitzonen.

Die angekündigte Drohnenkampagne fügt sich in eine breitere ukrainische Strategie ein, den Krieg immer stärker auf russisches Territorium zu tragen. Kiew hat zuletzt unter anderem russische Ölraffinerien, Häfen und Logistikstandorte angegriffen. Zuletzt wurden auch Lager großer russischer Onlinehändler getroffen.

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Russische Angriffe auf Kiew dauern an

Die Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Russland seine Luftangriffe auf die Ukraine weiter intensiviert. Kiew und die umliegende Region wurden in der sechsten Nacht in Folge von russischen Angriffen getroffen.

Die Lage ist zusätzlich schwierig, weil der Ukraine für ihre Luftverteidigung amerikanische Patriot-Raketen fehlen. Wegen der nahezu permanenten Bedrohung heulen in Teilen des Landes immer wieder stundenlang die Luftalarme.

Gleichzeitig greifen Russland und die Ukraine zunehmend die Energieversorgung und logistische Infrastruktur des jeweils anderen Landes an. Bemühungen der USA um ein Friedensabkommen haben bislang keinen greifbaren Durchbruch gebracht.

Neue Gespräche in Moskau zeichnen sich ab

Dennoch laufen die diplomatischen Kontakte weiter. Selenskyj sagt, er wisse, dass Partner der Ukraine eine neue Gesprächsrunde in Moskau vorbereiteten. Welche Länder oder Vertreter daran beteiligt sind, ließ er offen.

Selenskyj zufolge ist die Ukraine bereit, ihre Drohnenangriffe vorübergehend einzuschränken, wenn dies für Friedensgespräche nötig ist. Kiew habe Ende August auf Bitten der USA auch Angriffe im Raum Moskau und Sankt Petersburg ausgesetzt, sagte er. Hintergrund sei ein Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau gewesen.

Auch rund um Wladiwostok im äußersten Osten Russlands soll die Ukraine auf Wunsch eines anderen Landes vorübergehend auf Angriffe verzichtet haben. Welches Land diese Bitte äußerte, sagte Selenskyj nicht.

Am Montag sprach der ukrainische Präsident nach eigenen Angaben ausführlich mit Steve Witkoff und Jared Kushner, zwei Gesandten von Donald Trump. Derzeit werde über mögliche Termine für einen Besuch der beiden in Kiew gesprochen. Witkoff ist bereits achtmal nach Moskau gereist und hat dort mehrfach mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen.

„Nun werden neue Treffen in Moskau geplant“, sagte Selenskyj am Dienstag. „Das werden wir berücksichtigen.“

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