Während US-amerikanische und israelische Bomben auf den Iran fielen, verdienten einige anonyme Konten auf der Prognoseplattform Polymarket mehr als eine Million Dollar. Insgesamt wurden über 529 Millionen Dollar in Verträgen über den Zeitpunkt des Angriffs gehandelt.
Das Blockchain-Analyseunternehmen Bubblemaps entdeckte, dass die sechs gewinnbringenden Konten erst im Februar eingerichtet wurden und ausschließlich auf dieses eine Szenario gesetzt hatten. Dies wirft die Frage auf: Hatten sie Informationen, die dem Rest des Marktes nicht zugänglich waren?
Zehn Cent pro Aktie, Stunden vor den ersten Bomben
Auf Polymarket kauft man einen Vertrag, der einen Dollar einbringt, wenn eine Vorhersage eintritt. Je niedriger der Preis, desto geringer schätzt der Markt die Wahrscheinlichkeit ein. Die sechs Konten kauften Verträge für lediglich zehn Cent pro Stück, zu einem Zeitpunkt, als kaum jemand an einen kurzfristigen Angriff glaubte. Stunden später fielen die ersten Bomben und diese Verträge wurden zehnmal so viel wert.
Alle setzten auf dasselbe: dass die USA den Iran vor dem 28. Februar angreifen würden. Dieser spezifische Vertrag zog letztlich ein Handelsvolumen von etwa 90 Millionen Dollar an. Die Muster sind auffällig: brandneue Konten, alle wetten auf ein einziges Szenario, genau zum richtigen Zeitpunkt.
Insiderwissen oder Glück?
Harte Beweise sind schwer zu erbringen. Die USA hatten seit Wochen öffentlich über militärische Aktionen gesprochen, was Spekulanten anzog. Nicht alle verdächtigen Konten waren erfolgreich: Eines der sechs setzte zunächst auf ein früheres Datum und verlor Geld. Erst ein späterer Einsatz von 26.000 Dollar auf einen Angriff am Samstag brachte diesem Nutzer über 174.000 Dollar ein.
Polymarket operiert weitgehend außerhalb traditioneller Regulierungen. Händler benötigen lediglich eine Kryptowallet, um anonym teilzunehmen. Das macht es nahezu unmöglich, die Identität hinter den Konten zu entdecken.
Bereits zuvor Strafanzeigen gegen Polymarket
Es ist nicht das erste Mal, dass die Plattform unter Beobachtung steht. Bereits diesen Monat reichten israelische Behörden Strafanzeigen gegen zwei Personen ein, die laut Anklage geheime militärische Informationen nutzten, um auf Sicherheitsoperationen zu wetten. Sie sollen damit etwa 150.000 Dollar verdient haben.
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