Die amerikanische Börsenaufsicht SEC hat gestern zugestimmt, das Bitwise 10 Crypto Index Fund in einen ETF umzuwandeln, hat jedoch diese Genehmigung einige Stunden später wieder ausgesetzt. Damit bleibt das Fonds vorerst in einem rechtlichen Wartestand. Was ist los?
Analysten vermuten politischen Druck innerhalb der SEC
Bitwise verwaltet einen Korb von zehn großen Kryptowährungen, einschließlich Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH). Seit November möchte das Unternehmen dieses Fonds in einen offiziell börsennotierten ETF umwandeln. Zur Überraschung aller genehmigte die SEC diesen Antrag am Dienstag beschleunigt, wodurch der Prozess schneller als üblich abgeschlossen werden konnte.
Doch noch am selben Tag kam es zu einer unerwarteten Wendung. In einem Brief schrieb SEC-Assistenzsekretärin Sherry Haywood, dass die Genehmigung „ausgesetzt“ wurde, ohne weitere Erklärung. Die SEC „behält sich das Recht vor, zu einem späteren Zeitpunkt anders zu entscheiden.“
Laut ETF-Spezialist James Seyffart von Bloomberg ist die Pause „unglaublich ungewöhnlich“ und möglicherweise durch interne Uneinigkeit innerhalb der Aufsichtsbehörde verursacht. Er vermutet, dass sich ein oder mehrere Kommissare dagegen ausgesprochen haben. „Das kam früher als geplant,“ schreibt er auf X.
Bitwise ETF-Pause erinnert an Grayscale
Auch andere Experten reagieren überrascht. Nate Geraci von NovaDius nennt die Entscheidung „bizarr“ und vergleicht sie mit dem Fall um Grayscale. Dieses Fonds erhielt letztes Jahr ebenfalls eine vorläufige Genehmigung, die kurz darauf zurückgezogen wurde.
Laut Scott Johnsson von Van Buren Capital wurde die ursprüngliche Entscheidung unter delegierter Befugnis getroffen, ein Trick, um kritische Kommissare – wie Caroline Crenshaw – zu umgehen. Crenshaw ist bekannt dafür, kritisch gegenüber Krypto-ETFs zu sein.
Bloomberg-Analyst Eric Balchunas denkt, dass etwas anderes im Spiel ist. Die SEC möchte zuerst generische Richtlinien für Krypto-ETFs veröffentlichen, damit zukünftige Anträge reibungsloser verlaufen. „Dieser Standard könnte jederzeit kommen,“ so Balchunas.
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