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Samsung Electronics hat im zweiten Quartal einen Rekordbetriebsgewinn von 89,5 Billionen Won (rund 56 Milliarden Euro) erzielt. Das ist mehr als achtzehnmal so viel wie ein Jahr zuvor, als der operative Gewinn bei 4,7 Billionen Won (etwa 3 Milliarden Euro) lag.
Die starken Zahlen sind vor allem auf die stark gestiegene Nachfrage nach Speicherchips für künstliche Intelligenz (KI) zurückzuführen.
Auch der Umsatz erreichte einen Rekordwert. Er stieg um 28 Prozent auf 171,5 Billionen Won (rund 108 Milliarden Euro). Der Gewinn fiel höher aus als von Analysten erwartet, während der Umsatz knapp unter dem Konsens blieb.
Während Unternehmen wie Nvidia meist im Mittelpunkt stehen, gehört auch Samsung zu den großen Gewinnern des weltweiten KI-Wettlaufs. Der südkoreanische Konzern zählt zu den größten Herstellern von Speicherchips, die für KI-Server in Rechenzentren unverzichtbar sind, auf denen Modelle wie ChatGPT trainiert und genutzt werden.
Da Technologiekonzerne weltweit Hunderte Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur investieren, steigt die Nachfrage nach diesen Chips rasant. Vor allem High Bandwidth Memory (HBM)-Chips sind für die neueste Generation von KI-Prozessoren zentral geworden.
Die Chipsparte von Samsung profitierte davon besonders stark. Der Umsatz der Sparte Device Solutions legte gegenüber dem Vorquartal um 56 Prozent zu. Sowohl der Umsatz als auch der Betriebsgewinn des Speichergeschäfts erreichten Rekordwerte. Zudem fuhr Samsung die Produktion seiner neuesten HBM4-Speicherchips hoch und lieferte die ersten Exemplare der nächsten Generation HBM4E an Großkunden aus.
Der Konzern rechnet damit, dass die Nachfrage nach Serverspeicher und KI-Chips auch in der zweiten Jahreshälfte 2026 stark bleibt, nicht zuletzt dank neuer Liefervereinbarungen mit Nvidia und Broadcom.
Trotz der Rekordzahlen reagierten Anleger negativ. Am Mittwoch verlor die Samsung-Aktie mehr als 12 Prozent, während der Branchenkonkurrent SK Hynix fast 20 Prozent nachgab. Investoren nahmen bei KI-Aktien Gewinne mit, weil sie nach der kräftigen Kursrally überzogene Bewertungen fürchteten.

Der Kursrückgang ändert jedoch wenig an der starken Entwicklung in diesem Jahr. Trotz der jüngsten Korrektur notiert die Samsung-Aktie weiterhin rund 75 Prozent höher als zu Beginn des Jahres 2026. Nach Einschätzung von Analyst MS Hwang von Counterpoint stärkt Samsungs dominante Position bei Speicherchips auch den übrigen Konzern.
„Kurz gesagt nutzt Samsung seine starke Stellung bei Speicherchips, um in nahezu allen Geschäftsbereichen offensiv Marktanteile zu gewinnen.“
Die Aussichten bleiben vorerst günstig. Solange Technologiekonzerne Milliarden in KI-Rechenzentren investieren, erwartet Samsung eine anhaltend hohe Nachfrage nach modernen Speicherchips. Die jüngsten Kursschwankungen zeigen allerdings, dass Anleger kritischer werden. Entscheidend sind nicht nur starke Ergebnisse, sondern auch die Frage, ob sie die inzwischen hohen Bewertungen weiter rechtfertigen können.
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