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Sam Bankman-Fried, der gefallene Gründer von FTX, sprach in einem offenen Interview mit Tucker Carlson über sein Leben im Gefängnis. Der 33-jährige ehemalige Milliardär verbüßt eine 25-jährige Haftstrafe im Metropolitan Detention Center in Brooklyn. Dort teilt er eine Abteilung unter anderem mit dem umstrittenen Hip-Hop-Mogul Sean „Diddy“ Combs, der wegen Verdachts auf Menschenhandel und Erpressung inhaftiert ist.
Während des Interviews beschrieb Bankman-Fried den Alltag im Gefängnis und sprach mit Bewunderung über die unerwarteten Talente seiner Mitinsassen. Besonders beeindruckten ihn deren Schachfähigkeiten. Auch hatte er lobende Worte für Combs, den er als überraschend freundlich gegenüber anderen Insassen beschrieb.
„Er ist freundlich zu den Leuten hier, auch zu mir“, erzählte Bankman-Fried Carlson.
Doch das Gespräch wurde ernster, als der ehemalige Krypto-Unternehmer auf seine Konflikte mit der US-Finanzaufsichtsbehörde SEC und seine Rolle in der politischen Welt einging.
Bankman-Fried sparte nicht mit Kritik an den US-Behörden und attackierte scharf den ehemaligen SEC-Vorsitzenden Gary Gensler. Er beschuldigte Gensler, in erster Linie auf mehr Macht aus gewesen zu sein und eigene politische Ambitionen verfolgt zu haben.
„Er wollte, dass seine Behörde mehr Einfluss bekommt“, sagte Bankman-Fried. „Man sagt, dass er gerne bei CNBC auftrat, um sein Profil zu schärfen und möglicherweise Finanzminister zu werden.“
Carlson fragte ihn auch zu seinen umfangreichen politischen Spenden, insbesondere an die Demokratische Partei. Laut Bankman-Fried wurde er zu Unrecht als Finanzier ausschließlich der Demokraten dargestellt, obwohl er tatsächlich auch Republikaner unterstützt habe.
Laut Reuters wurde Bankman-Fried beschuldigt, über undurchsichtige Konstruktionen mehr als 300 illegale politische Spenden getätigt zu haben. Insgesamt soll er über 100 Millionen Dollar im Vorfeld der Zwischenwahlen 2022 gespendet haben – Geld, das angeblich aus den Vermögenswerten von FTX-Kunden stammte.
„Ende 2022 spendete ich privat genauso viel an Republikaner wie an Demokraten“, behauptete er. „Als das bekannt wurde, spielte es wahrscheinlich eine Rolle dabei, wie sich die Dinge danach entwickelten.“
Carlson konfrontierte ihn anschließend mit der Frage, warum die Demokraten ihm nicht zu Hilfe kamen. „Du hast so viel Geld an die Demokraten gespendet. Ich dachte, sie würden dich am Ende retten. Wo waren deine Freunde aus der Partei? Normalerweise sorgen sie dafür, dass ihre Verbündeten nicht im Gefängnis landen.“
Bankman-Fried hatte darauf keine überzeugende Antwort.
Der Mann, der einst über Milliarden verfügte und einflussreiche Kontakte hatte, sitzt nun in Haft – ohne Aussicht auf eine schnelle Rückkehr in sein früheres Leben. Er gestand ein, dass die Zukunft für ihn ungewiss ist.
„Das Schwierigste ist das Fehlen von etwas Sinnvollem, das ich hier tun kann“, sagte er.
Sollte er seine volle Strafe absitzen, wird er mit 57 Jahren entlassen. Mit guter Führung und rechtlichen Schritten könnte dies früher geschehen. Bis dahin bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich an ein Leben ohne Kryptowährungen, politischen Einfluss und große Ambitionen zu gewöhnen.
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