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In dem Konflikt um Iran zeichnet sich vorsichtig Bewegung ab. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti sollen sich die Vereinigten Staaten und Iran auf eine neue Waffenruhe verständigt haben. Eine offizielle Mitteilung könnte demnach in den kommenden Tagen folgen.
Zugleich arbeiten Iran und Oman an einer vorübergehenden Wiederöffnung der Straße von Hormus. Damit wächst die Hoffnung, dass die monatelange Störung einer der wichtigsten Energierouten der Welt nachlassen könnte. Zur Vorsicht gibt es dennoch Anlass: Washington und Teheran haben die gemeldete Waffenruhe bislang nicht bestätigt.
RIA Novosti berichtet unter Berufung auf pakistanische und iranische Militärkreise, die Vereinigten Staaten und Iran hätten eine Vereinbarung über eine Waffenruhe getroffen.
Teil der gemeldeten Absprachen soll die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus sein. Zudem sollen Washington und Teheran die Verhandlungen im Rahmen des sogenannten Islamabad Memorandum wieder aufnehmen.
Eine offizielle Bestätigung steht bislang aus. Weder die US-Regierung noch die iranische Führung haben die mutmaßliche Vereinbarung bisher verkündet. Damit bleibt offen, welche Absprachen genau getroffen wurden und wann eine mögliche Waffenruhe in Kraft treten würde.
Pakistan tritt bereits seit Längerem als Vermittler auf. Der pakistanische Armeechef Asim Munir besuchte Iran am Montag. Ein Sprecher des iranischen Präsidenten bezeichnete den Besuch früheren Berichten zufolge als „sehr fruchtbar“ und sprach von wertvollen diplomatischen Ergebnissen.
Unabhängig von der unbestätigten Meldung über eine Waffenruhe gibt es rund um die Straße von Hormus konkretere diplomatische Bewegung.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi und sein omanischer Amtskollege Badr Albusaidi beraten über eine vorübergehende gemeinsame Schifffahrtsroute. Auch die Räumung von Seeminen ist Teil des Plans.
Ziel ist es, die Schifffahrt sicher wieder aufzunehmen, während über eine dauerhafte Lösung verhandelt wird. Nach Angaben des iranischen Vizeaußenministers Kazem Gharibabadi wollen Iran und Oman binnen 30 bis 60 Tagen Vereinbarungen über eine endgültige Schifffahrtsroute treffen.
Auch Verkehrsmanagement, Informationsaustausch und die Sicherung der Meerenge sollen Bestandteil dieser Absprachen werden. Iran und Oman haben zudem signalisiert, dass weitere Staaten am Persischen Golf in die weiteren Gespräche einbezogen werden könnten.
Die diplomatischen Entwicklungen folgen kurz auf Äußerungen von Donald Trump, wonach die US-Marine Seeminen aus der Straße von Hormus entfernt habe.
„Iran wurde darüber informiert, dass jedes Schiff und jedes Boot, das neue Minen legt, umgehend und systematisch zerstört wird“, sagte Trump.
Trump legte keine Belege dafür vor, dass die Meerenge tatsächlich vollständig von Minen befreit wurde. Europäische Regierungsvertreter hatten bereits zuvor Zweifel an ähnlichen Aussagen geäußert, weil das Aufspüren und Räumen von Seeminen ein aufwendiger Prozess ist.
Gleichzeitig erhöht die US-Regierung den wirtschaftlichen Druck auf Iran weiter. Washington kündigte am Montag neue Sanktionen gegen Akteure an, die die iranische Wirtschaft unterstützen.
Der Ölmarkt reagiert unmittelbar auf den möglichen Durchbruch. Nach den Berichten über eine Waffenruhe und eine mögliche Wiederöffnung der Straße von Hormus ist der Ölpreis bereits um rund 3,5 Prozent gefallen.
Das ist kaum überraschend. Vor dem Krieg lief etwa ein Fünftel des weltweiten Handels mit Öl und Flüssigerdgas durch die Meerenge. Die lange Schließung hatte deshalb eine erhebliche Risikoprämie im Ölpreis entstehen lassen.
Wenn Schiffe wieder in großem Umfang sicher durch Hormus fahren können, könnte ein Teil dieser Prämie verschwinden. Ein niedrigerer Ölpreis könnte zudem den Inflationsdruck dämpfen, was auch für die Zinspolitik der Zentralbanken von Bedeutung ist.
Vorerst bleibt Vorsicht geboten. Die mögliche Waffenruhe zwischen den USA und Iran ist noch nicht offiziell bestätigt. Die Gespräche zwischen Iran und Oman über eine vorübergehende Schifffahrtsroute sind konkreter. Eine offizielle Bestätigung aus Washington und Teheran könnte am Ölmarkt eine deutlich stärkere Reaktion auslösen.
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