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Ripple wächst rasant und baut sein Angebot an Finanzdienstleistungen aus. XRP-Anleger profitieren davon bislang jedoch kaum. Der Coin hat seit Jahresbeginn rund 30 Prozent an Wert verloren.
Gleichzeitig gewinnt der hauseigene Stablecoin RLUSD im Unternehmen an Bedeutung. Auf der Swell-Konferenz in New York nahm Ripple-Chef Brad Garlinghouse zu den Sorgen der XRP-Anleger Stellung.
Garlinghouse stellte auf der Konferenz klar, dass Ripple XRP nicht in den Hintergrund drängen wolle. Die Annahme, das Unternehmen konzentriere sich zunehmend auf RLUSD und messe XRP deshalb weniger Bedeutung bei, sei ein Missverständnis.
Ripple werde XRP niemals aufgeben, betonte Garlinghouse. Zugleich sprach er von einer enormen Dynamik im Unternehmen.
Die Aussagen fallen in eine wichtige Phase. Ripple entwickelt sich zunehmend zu einem breit aufgestellten Finanzdienstleister, während der XRP-Kurs hinter dieser Entwicklung zurückbleibt. Unter Anlegern wirft das die Frage auf, ob der Erfolg von Ripple weiterhin automatisch XRP zugutekommt.
Garlinghouse räumt ein, dass XRP nicht für jede Finanztransaktion die beste Lösung ist. Bei manchen Zahlungen bietet der Coin Vorteile, in anderen Fällen können ein Stablecoin oder eine traditionelle Währung besser geeignet sein.
Aus Sicht des Ripple-Chefs ist das nicht zwangsläufig ein Problem. Ihm sei es lieber, XRP werde für einen kleinen Teil einer Transaktion eingesetzt als gar nicht.
Damit unterstreicht er, dass Ripple nicht ausschließlich von XRP abhängig sein will. Das Unternehmen trat ursprünglich mit dem Ziel an, internationale Zahlungen schneller und günstiger zu machen. XRP sollte dabei als Brückenwährung dienen. Inzwischen konzentriert sich Ripple auch auf Handelsdienstleistungen, Liquiditätsmanagement und weitere Finanzanwendungen.
XRP kann dabei unter anderem als Sicherheit dienen. Der Ausbau des Geschäfts bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Nachfrage nach XRP im gleichen Tempo steigt.
Diese Unterscheidung ist für Anleger wichtig. Trotz des Wachstums von Ripple liegt XRP seit Jahresbeginn weiterhin deutlich im Minus.
Während XRP unter Druck steht, wächst Ripple in anderen Bereichen kräftig. Das Unternehmen erwartet, mit seinen Produkten Ende 2026 einen auf das Jahr hochgerechneten Umsatz von rund 900 Millionen Dollar zu erreichen.
Damit ist nicht gemeint, dass Ripple im gesamten Jahr 2026 tatsächlich 900 Millionen Dollar Umsatz erzielt. Die Prognose beschreibt vielmehr den Jahresumsatz, der sich aus dem zum Jahresende erreichten Geschäftsniveau ergeben würde.
Ein wichtiger Wachstumstreiber ist RLUSD, Ripples an den US-Dollar gekoppelter Stablecoin. Seine Marktkapitalisierung ist auf rund 2,6 Milliarden Dollar gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 88 Prozent seit Jahresbeginn.
Nach Angaben von Ripple entfällt etwa die Hälfte des RLUSD-Umlaufs auf den XRP Ledger, das Blockchain-Netzwerk, auf dem auch XRP genutzt wird. Die andere Hälfte entfällt auf Ethereum. Derzeit wächst RLUSD auf dem XRP Ledger schneller.
Allerdings führt nicht jede RLUSD-Transaktion automatisch zu zusätzlicher Nachfrage nach XRP. Entscheidend sind das verwendete Netzwerk und die Art der Nutzung des Stablecoins.
Ripple will RLUSD unterdessen für große Finanzinstitute attraktiver machen. Das Unternehmen arbeitet mit der Bank of New York Mellon (BNY) zusammen, die Vermögenswerte von rund 63,4 Billionen Dollar verwahrt.
Zudem baut Ripple sein reguliertes Finanzdienstleistungsgeschäft aus. Dazu gehört die Ripple National Trust Bank, für die das Unternehmen die endgültige Genehmigung der US-Aufsichtsbehörde OCC erhalten hat.
Darüber hinaus wird RLUSD über Robinhood einem breiteren Publikum zugänglich gemacht. Mit Ripple Treasury führt das Unternehmen zudem neue Angebote ein, darunter 24/7 Returns. Auch die Ratingagentur Moody’s hat sich zu RLUSD geäußert.
Diese Entwicklungen zeigen, wie Ripple sein Geschäft über den ursprünglichen Schwerpunkt internationaler Zahlungen mit XRP hinaus erweitert.
Garlinghouse äußerte sich auf der zehnten Ausgabe von Ripple Swell, die vom 27. bis zum 29. Oktober in New York stattfand.
Die Veranstaltung zog zahlreiche prominente Vertreter der Finanzwelt an. Auch US-Finanzminister Scott Bessent war vor Ort und stand gemeinsam mit Garlinghouse auf der Bühne.
Bessent sprach über die wachsende Rolle von Stablecoins im Finanzsystem. Seiner Einschätzung nach könnte der Gesamtmarkt für diese digitalen Coins bis 2028 auf mehr als zwei Billionen Dollar wachsen.
Für Ripple eröffnet diese Entwicklung die Chance, RLUSD weiter auszubauen. Für XRP-Anleger bleibt dabei vor allem eine Frage entscheidend: In welchem Umfang wird dieses Wachstum tatsächlich zu einer stärkeren Nutzung von XRP führen?
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