Bis Ende 2026 werden etwa die Hälfte der Fortune-500-Unternehmen, die 500 größten Unternehmen der USA, im Bereich Krypto oder der zugrunde liegenden Blockchain-Technologie aktiv sein. Diese Prognose stellt Ripple-Präsidentin Monica Long, die erwartet, dass die globalen Unternehmensbilanzen zusammen mehr als eine Billion Dollar an digitalen Vermögenswerten umfassen werden.
Blockchain als Rückgrat des Finanzwesens
Laut Long steht die Branche kurz vor einem Durchbruch. Auf der Social-Media-Plattform X schreibt sie, dass Krypto in den vergangenen Jahren intensiv daran gearbeitet hat, die technische und rechtliche Basis für den Mainstream-Durchbruch zu schaffen. Diese Anstrengungen zahlen sich nun aus, vor allem bei großen Unternehmen und Finanzinstituten.
Blockchain entwickelt sich laut Long zur „operativen Ebene des modernen Finanzsystems“. Damit meint sie, dass die Technologie nicht länger ein Experiment ist, sondern ein Fundament für Zahlungsverkehr, Kapitalmärkte und Treasury-Management bildet.
„Spätestens Ende 2026 werden Unternehmensbilanzen zusammen mehr als eine Billion Dollar an digitalen Vermögenswerten enthalten, und etwa die Hälfte der Fortune-500-Unternehmen wird eine formelle Strategie für digitale Assets haben“, schreibt Long.
„Und nicht nur eine bloße Krypto-Exposition, sondern auch aktive Teilnahme an tokenisierten Assets, digitalen Krypto-Treasuries, Stablecoins, On-Chain-Staatsanleihen und programmierbaren Finanzinstrumenten.“
Dieses Bild wird durch Forschung unterstützt. Eine Umfrage von Coinbase aus Mitte 2025 zeigte, dass sechs von zehn Führungskräften der Fortune-500-Unternehmen bereits mit Blockchain-Initiativen beschäftigt sind.
Unternehmen integrieren Bitcoin in die Bilanz
Long untermauert ihre Aussagen mit dem Wachstum der Bitcoin-Reserven bei börsennotierten Unternehmen. Die Anzahl der Fortune-500-Unternehmen, die dies bereits tun, ist noch begrenzt, aber erste große Namen haben bereits Schritte unternommen. GameStop kaufte letztes Jahr tausende Bitcoins, während Block und Tesla die Coins schon länger besitzen.
Insgesamt gibt es nun fast 200 börsennotierte Unternehmen, die in Bitcoin (BTC) investieren, und zusammen besitzen sie über 1,1 Millionen Coins mit einem Wert von etwa 98 Milliarden Dollar. Dies geht aus Daten von Bitcoin Treasuries hervor.
Strategy wagte diesen Schritt Ende 2020 als erstes. Das Unternehmen hat mit Abstand den größten Bestand, bestehend aus 709.715 Bitcoins. Diese Woche wurde noch einer der größten Käufe aller Zeiten im Wert von 2,13 Milliarden Dollar bekanntgegeben.
Stablecoins als neue Zahlungsnorm
Für Stablecoins sieht Long eine noch bedeutendere Rolle. Sie erwartet, dass diese digitalen Münzen, die an Währungen wie den Dollar gekoppelt sind, innerhalb von fünf Jahren vollständig in den globalen Zahlungsverkehr integriert sein werden.
„Nicht als alternatives Zahlungssystem, sondern als Fundament“, erklärt sie. Große Namen wie Visa und Mastercard experimentieren bereits mit Stablecoins, begünstigt durch klarere Regulierungen wie dem amerikanischen GENIUS Act.
Banken, KI und Datenschutz
Auch Banken und Finanzdienstleister werden laut Long immer häufiger selbst Krypto verwahren. Das beschleunigt ihre Blockchain-Strategien und senkt die Hürden für den institutionellen Einsatz.
Schließlich sieht Long große Chancen in der Verbindung von Blockchain und künstlicher Intelligenz. Stablecoins und Smart Contracts ermöglichen Unternehmen, ihre Cashflows automatisch zu managen und Renditen zu verbessern, ganz ohne manuelles Eingreifen. Dies geschieht alles in Echtzeit.
Datenschutz spielt dabei eine Schlüsselrolle. Mit sogenannten Zero-Knowledge-Proofs können Systeme Risiken bewerten, ohne sensible Unternehmens- oder Kundendaten preiszugeben. Das senkt die Schwelle für Banken und andere regulierte Parteien, mit digitalen Assets zu arbeiten.
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