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Der XRP Ledger (XRPL) hat Anfang des Monats die millionste KI-Zahlung abgewickelt. Nach Einschätzung von Ripple ist das erst der Anfang. In einem neuen Interview rechnet der Technikchef des Unternehmens damit, dass die Zahl in den kommenden Jahren stark steigen wird. Die Blockchain scheint genau die Infrastruktur zu liefern, die künstliche Intelligenz benötigt.

Von 1 Million auf 100 Millionen

Ayo Akinyele, Engineering-Chef bei RippleX, der Entwicklungssparte von Ripple, sprach mit der Nachrichtenseite The Block über den Meilenstein. Anfang des Monats überschritt das Netzwerk die Marke von 1 Million sogenannten Agentic Payments. Gemeint sind Zahlungen, die KI-Software vollständig autonom ausführt, ohne menschliches Eingreifen.

„Die Marke von 1 Million auf dem XRP Ledger hat mich sehr gefreut. Nach meiner Einschätzung werden wir aber auch die 10-Millionen-Marke klar hinter uns lassen“, sagte Akinyele. „Angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich Agenten weiterentwickeln, und der besseren Infrastruktur könnten in den kommenden Jahren sogar 100 Millionen erreichbar sein.“

Krypto-Unternehmen sehen die Chance, solche KI-Agenten mit digitalen Wallets auszustatten. Damit könnten sie rund um die Uhr Zahlungen ausführen, ohne Bank oder Kreditkartenanbieter.

Warum KI-Agenten mit Kryptowährungen bezahlen

Die klassische Zahlungswelt ist auf Menschen zugeschnitten. Ein KI-Agent kann kein Bankkonto eröffnen, kein Kreditkartenformular ausfüllen und kein Abo abschließen.

Gerade ein solcher digitaler Helfer muss aber laufend kleine Beträge ausgeben: für den Zugriff auf einen Datensatz, zusätzliche Rechenleistung oder eine API, also eine Schnittstelle, über die Software Daten mit anderer Software austauscht.

Blockchain-Technologie löst dieses Problem. Ein Agent benötigt lediglich eine Wallet und kann damit binnen Sekunden bezahlen, zu einem Bruchteil eines Cents pro Transaktion. So werden Tausende Kleinstzahlungen möglich, für die eine Kreditkarte zu langsam und zu teuer wäre.

Das ursprünglich von Coinbase entwickelte x402-Protokoll gilt inzwischen als Standard für diese Art von Zahlungen. Ripple trat der x402 Foundation als sogenanntes Premier Member bei, der höchsten Mitgliedsstufe, neben großen Namen wie Circle, AWS, Google, Mastercard, Stripe und Visa.

„Unsere Verbindung zur x402 Foundation ist strategisch wichtig, weil wir die Governance und die technische Ausgestaltung dieser Agenten-Ökonomie mitprägen können“, sagte Akinyele.

Zur Stärke des Netzwerks selbst sagte er: „Im Kern geht es darum, KI-Agenten Zahlungen für APIs und digitale Dienste auf dem XRP Ledger so einfach wie möglich zu machen. Dafür sprechen unsere Stärken bei der Abwicklung: drei bis fünf Sekunden. Die Transaktionskosten sind berechenbar, und das Netzwerk wurde von Anfang an für Zahlungen konzipiert.“

XRP Ledger bleibt das Zentrum von Ripple

Ripple ist ein US-Fintech, das seit 2012 an schnelleren grenzüberschreitenden Zahlungen arbeitet. Im selben Jahr ging auch der XRP Ledger live: eine öffentliche Blockchain mit XRP als eigenem Coin, die Banken und Zahlungsdienstleister nutzen, um Geld sehr schnell über Grenzen hinweg zu transferieren.

In den vergangenen Jahren hat Ripple sein Geschäft deutlich ausgeweitet. Ende 2024 startete das Unternehmen den eigenen Stablecoin RLUSD, einen digitalen Coin, dessen Wert an den US-Dollar gekoppelt ist. Inzwischen arbeitet Ripple mit Unternehmen wie Mastercard und JPMorgan zusammen, um Zahlungen zwischen Finanzinstituten über den XRPL abzuwickeln.

Dabei bleibt es nicht. Ripple hat Milliarden in Übernahmen investiert, um sich zu einem vollwertigen Finanzdienstleister zu entwickeln. Im vergangenen Jahr kaufte das Unternehmen den Prime Broker Hidden Road für 1,25 Milliarden Dollar, inzwischen in Ripple Prime umbenannt, und zahlte rund 1 Milliarde Dollar für den Treasury-Softwareanbieter GTreasury.

Außerdem verwahrt Ripple über seine Custody-Sparte Kryptowerte für große institutionelle Kunden und verarbeitet über die Zahlungsplattform Rail Stablecoin-Zahlungen für Unternehmen. Insgesamt will Ripple die traditionelle Finanzwelt mit Blockchain-Infrastruktur verbinden.

KI-Zahlungen sind der nächste Ausbaupfad, allerdings mit Einschränkungen. Bislang entfällt nahezu die gesamte Aktivität auf Zahlungen für APIs und Daten, berichtet das Infrastrukturunternehmen t54, das finanziell von Ripple unterstützt wird.

Das soll sich ändern. „Wir binden über Ökosystempartner auch reale Händler an, sodass Agenten über den XRPL physische Waren und Dienstleistungen kaufen können“, sagte t54-Mitgründer Chandler Fang. „Das ist eines der nächsten großen Wachstumsfelder, die wir derzeit aktiv erschließen.“

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