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Paramount Skydance hat sich nach Angaben einer mit der Sache vertrauten Person mit Kalifornien und weiteren US-Bundesstaaten auf einen Vergleich zur Übernahme von Warner Bros. geeinigt. Die Bundesstaaten hatten versucht, den 110 Milliarden Dollar schweren Megadeal gerichtlich zu stoppen. Mit der Einigung fällt eine wichtige Hürde für eine der größten Übernahmen in der Geschichte Hollywoods weg.
Die Vereinbarung kam am vergangenen Wochenende zustande und soll voraussichtlich im Laufe des Montags offiziell bekannt gegeben werden. Massachusetts, New York, Connecticut und Minnesota hatten sich zunächst noch gegen die Bedingungen gestellt. Am Ende stimmten auch diese vier Bundesstaaten zu, nachdem zusätzliche Zusagen vereinbart worden waren.
An der Börse löste die Nachricht umgehend deutliche Kursbewegungen aus. Die Paramount-Aktie legte am Montag um rund sieben Prozent zu und hatte im Tagesverlauf zeitweise sogar 13 Prozent im Plus gelegen. Warner Bros. Discovery gewann etwa zehn Prozent.
Im Gegenzug für den Vergleich haben die US-Bundesstaaten mehrere zusätzliche Auflagen durchgesetzt. Eine zentrale Zusage ist die Einrichtung eines unabhängigen Redaktionsrats für CBS und CNN.
Nach Angaben der informierten Person sollen diesem Gremium ausschließlich Journalisten angehören. Führungskräfte und Aktionäre bleiben außen vor. Zudem muss innerhalb des Redaktionsrats politische Ausgewogenheit gewährleistet sein. Vor allem strengere Vorgaben zur Unabhängigkeit dieses Gremiums sollen dazu beigetragen haben, die letzten vier Bundesstaaten zur Zustimmung zu bewegen.
Darüber hinaus muss Paramount jedes Jahr 30 Filme ins Kino bringen. An diese Zusage können erhebliche finanzielle Folgen geknüpft sein. Nach früheren Berichten von Bloomberg wurde über eine Strafe von 30 Millionen Dollar für jeden Film gesprochen, der Paramount zur vereinbarten Marke von 30 fehlt.
Verfehlt Paramount dieses Ziel, könnte der Konzern zudem gezwungen werden, seine Beteiligung am Filmstudio Miramax zu verkaufen. Das Studio ist unter anderem für Filme wie Pulp Fiction bekannt.
Paramount und Vertreter der beteiligten Bundesstaaten haben sich bislang nicht offiziell zu dem Vergleich geäußert.
Paramount hatte im Februar angekündigt, Warner Bros. Discovery übernehmen zu wollen, nachdem der Konzern Netflix überboten hatte. Das Volumen der Transaktion liegt bei rund 110 Milliarden Dollar. Kommt die Übernahme zustande, entsteht eines der größten Medienunternehmen der Welt.
Der Zusammenschluss vereint zwei große Hollywoodstudios, zwei große Streamingdienste und zwei bedeutende Betreiber von Kabelsendern. Paramount erhält damit auch Zugriff auf bekannte Warner-Bros.-Franchises wie DC Comics, Harry Potter und The Lord of the Rings.
Obwohl Aufsichtsbehörden in fast 70 Ländern und Regionen bereits grünes Licht gegeben haben, stieß die Übernahme in den USA weiterhin auf erheblichen Widerstand. Zwölf Generalstaatsanwälte sowie die Autorengewerkschaft Writers Guild zogen vor Gericht, um den Deal zu verhindern.
Sie befürchten, dass die Fusion den Wettbewerb beim Vertrieb von Filmen und Kabel-TV-Angeboten schwächt und Verbraucher am Ende mehr zahlen müssen. Die Writers Guild warnt zudem, dass die größere Marktmacht des fusionierten Unternehmens die Vergütung von Drehbuchautoren unter Druck setzen könnte.
Ein Gerichtsverfahren war für März angesetzt. Mit dem neuen Vergleich dürfte dieser Rechtsstreit für die beteiligten Bundesstaaten nun weitgehend vom Tisch sein. Paramount kommt der Übernahme damit einen wichtigen Schritt näher.
Der Vergleich beseitigt für Paramount auch ein erhebliches finanzielles Risiko. Ab dem 1. Oktober hätte das Unternehmen bei Verzögerungen sieben Millionen Dollar pro Tag an Warner Bros. zahlen müssen.
Noch größer wäre das Risiko, falls die Übernahme vollständig scheitert. In diesem Fall müsste Paramount den Vereinbarungen zufolge sieben Milliarden Dollar an Warner Bros. zahlen.
Paramount will die Übernahme mit rund 47 Milliarden Dollar an frischem Eigenkapital finanzieren. Ein großer Teil davon soll von drei Staatsfonds aus dem Nahen Osten kommen. Zusätzlich soll weiteres Fremdkapital aufgenommen werden.
Nach der Übernahme rechnet Paramount damit, durch die Zusammenführung beider Unternehmen jährlich rund sechs Milliarden Dollar an Kosten einsparen zu können. Das könnte mit umfangreichem Stellenabbau einhergehen. Ein Bericht für Los Angeles County hatte zuvor geschätzt, dass bei den beiden Unternehmen mehr als 15.000 sich überschneidende Stellen wegfallen könnten.
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