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OpenAI geht in diesem Jahr nicht an die Börse. Vorstandschef Sam Altman hält 2026 für einen ungünstigen Zeitpunkt für einen Börsengang und will sich zunächst stärker mit den Sicherheitsrisiken künstlicher Intelligenz befassen. Eine Börsennotierung kommt ihm zufolge frühestens im kommenden Jahr infrage.
Die Aussagen sind bemerkenswert, weil OpenAI im Juni bereits vertraulich Unterlagen für einen Börsengang eingereicht hatte. Zugleich warnen die größten KI-Unternehmen immer eindringlicher vor dem Tempo, mit dem sich die Technologie entwickelt.
Altman sagte in einem Interview mit Fortune, OpenAI habe in diesem Jahr andere Prioritäten als einen Börsengang. Zunächst müsse der Blick stärker auf die Risiken immer leistungsfähigerer KI gerichtet werden.
„Ein Risiko von etwa zehn Prozent, dass bis Ende dieses Jahrzehnts die Menschheit ausgelöscht wird, halte ich für inakzeptabel“, sagte Altman.
Nach Einschätzung des OpenAI-Chefs steht die Branche am Beginn einer neuen Phase. KI könne enorme Vorteile bringen, zugleich müssten Unternehmen verhindern, dass sich die Technologie so schnell entwickelt, dass Menschen die Kontrolle darüber verlieren.
„Ein Grundsatz sollte aus meiner Sicht Konsens sein: Wir dürfen nichts tun, wodurch wir die Kontrolle über die Zukunft an KI verlieren könnten“, sagte Altman.
Diese Bedenken wirken sich auch auf die Pläne von OpenAI aus. Das Unternehmen reichte im Juni vertraulich Unterlagen für einen möglichen Börsengang ein, hatte aber noch keinen endgültigen Termin festgelegt. Altman sagt nun, 2026 sei dafür ein unkluger Zeitpunkt. Ein Börsengang kommt damit frühestens 2027 infrage.
Altman ist mit seinen Sorgen nicht allein. Auch Anthropic-CEO Dario Amodei und Elon Musk, Mitgründer von xAI, sprachen am Samstag darüber, dass die Entwicklung von KI wegen der wachsenden Risiken gebremst werden müsse.
Das ist bemerkenswert, weil OpenAI, Anthropic und xAI im Rennen um immer leistungsfähigere KI-Modelle direkt miteinander konkurrieren. Gerade dieser Wettbewerb erschwert es einzelnen Unternehmen, eigenständig auf die Bremse zu treten.
Die Debatte über mögliche Gefahren von KI erhielt in dieser Woche zusätzliche Aufmerksamkeit durch den Abgang eines Forschers bei Anthropic. Er warnte, KI könne die Menschheit möglicherweise noch vor Ende dieses Jahrzehnts vernichten, und warf seinem Arbeitgeber vor, mit den Risiken nicht verantwortungsvoll genug umzugehen.
Ein weiterer Mitarbeiter von Anthropic bezifferte die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios anschließend auf mehr als zehn Prozent innerhalb der kommenden zehn Jahre.
Für OpenAI bedeutet die wachsende Aufmerksamkeit für Sicherheit, dass der lange erwartete Börsengang vorerst warten muss. Altman nennt 2026 einen unklugen Zeitpunkt und sagt, eine Börsennotierung werde nicht vor dem kommenden Jahr stattfinden.
Auch Konkurrent Anthropic bereitet sich auf einen möglichen Börsengang vor. Der Quelle zufolge könnte dieser sogar größer ausfallen als der Rekordbörsengang von SpaceX Anfang des Jahres, bei dem einschließlich zusätzlich zugeteilter Aktien 86,2 Milliarden Dollar eingesammelt wurden.
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