Der Ölpreis liegt laut einem Top-Experten noch weit unter dem Niveau, das den aktuellen geopolitischen Spannungen entspricht. Sollte die USA die geplante Blockade der Straße von Hormus tatsächlich umsetzen, könnte der Preis deutlich ansteigen.
Jorge Montepeque, Direktor der Onyx Capital Group, erklärte bei Bloomberg Television, dass der aktuelle Brent-Preis von etwa 103 Dollar pro Barrel nicht realistisch sei. In diesem Szenario könne Öl seiner Meinung nach auf 140 bis 150 Dollar pro Barrel steigen.
„103 Dollar spiegeln die Lage nicht wider“
Montepeque ist eindeutig in seiner Analyse. Der Anstieg von rund 8 Prozent am Montagmorgen reicht seiner Meinung nach angesichts der Ernsthaftigkeit der Situation nicht aus. Sollte die USA die Blockade vollständig umsetzen, könnte das Angebotsdefizit auf bis zu 12 Millionen Barrel pro Tag steigen. Damit würde sich der Konflikt von einem regionalen Problem zu einer globalen Krise entwickeln, so Montepeque.
Dass der Ölpreis noch nicht höher steht, liegt seiner Ansicht nach daran, dass der Markt ein vollständiges Szenario nicht einpreist. Händler rechnen eher mit einer teilweisen Störung als mit einem vollständigen Verschluss der Seestraße.
„Das ist einfach wahnsinnig“
Montepeque hielt sich nicht zurück. Er bezeichnete die Vorgehensweise der USA als „wahnsinnig“ und warnte, dass sich Washington so stark auf den Iran konzentriere, dass die globalen Folgen aus dem Blick geraten. Vor allem Asien und andere Regionen, die stark von Öl abhängig sind, würden laut ihm die Auswirkungen spüren.
Obwohl die Blockade offiziell auf iranische Häfen und Schiffe abzielt, die Geschäfte mit Teheran machen, reichen die Unsicherheiten viel weiter. Der gesamte Schiffsverkehr in der Region ist betroffen. Reedereien und Versicherer müssen bei jeder Passage neu abschätzen, ob das Risiko noch tragbar ist.
100 Dollar als Untergrenze für den Rest des Jahres
Sollte Trump seine Maßnahmen teilweise zurücknehmen, erwartet Montepeque, dass sich der Ölpreis für den Rest des Jahres bei etwa 100 Dollar pro Barrel stabilisiert. Das ist immer noch deutlich höher als die Niveaus vor dem Konflikt.
Mit den strategischen Reserven, die ihre Grenzen erreichen, und der Blockade, die heute um 16:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Kraft tritt, werden die kommenden Stunden entscheidend sein. Sollte die USA die Blockade vollständig durchführen und Iran versuchen, sie zu durchbrechen, könnte der Ölpreis schnell auf die von Montepeque prognostizierten Niveaus steigen.
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