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Der Hersteller des beliebten Oura Ring bereitet einen großen Börsengang in den USA vor. Oura will gemeinsam mit bestehenden Anteilseignern Aktien im Wert von mehreren Milliarden Dollar verkaufen. Damit könnte das Technologieunternehmen eine Bewertung erreichen, die erneut deutlich über der letzten Finanzierungsrunde liegt.
Der geplante Börsengang kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt. Oura wächst dank der Beliebtheit smarter Ringe stark, zugleich steigt unter dem Strich der Verlust deutlich.
Aus am Montag eingereichten Unterlagen geht hervor, dass Oura insgesamt 50 Millionen Aktien zu einem Preis zwischen 40 und 44 Dollar je Aktie anbieten will. Am oberen Ende dieser Spanne könnten mit dem Börsengang rund 2,2 Milliarden Dollar erlöst werden.
Nicht der gesamte Betrag fließt an Oura selbst. Das Unternehmen verkauft 13,5 Millionen Aktien, während bestehende Anteilseigner weitere 36,5 Millionen Aktien anbieten.
Bei einem Ausgabepreis von 44 Dollar je Aktie käme Oura auf einen Börsenwert von etwa 14,1 Milliarden Dollar. Das liegt deutlich über der Bewertung von rund 11 Milliarden Dollar, die das Unternehmen 2025 erzielte. In dieser Finanzierungsrunde nahm Oura 875 Millionen Dollar ein.
Der Börsengang zeigt, wie rasant das Unternehmen hinter dem smarten Ring gewachsen ist. Oura wurde 2013 gegründet und unterhält inzwischen Büros unter anderem in Helsinki, San Francisco, San Diego und Los Angeles. Zudem hat das Unternehmen einen Standort im finnischen Oulu.
Der Oura Ring soll Gesundheitsdaten wie Schlaf, Aktivität und Herzgesundheit erfassen. Damit konkurriert das Gerät mit Smartwatches, wobei ein Ring nach Darstellung des Unternehmens unauffälliger ist und sich leichter über längere Zeit tragen lässt.
Oura verkaufte im vergangenen Jahr rund 3,6 Millionen Ringe. Das neueste Modell, der Oura Ring 5, kostet 399 Dollar. Ausführungen mit hochwertigeren Oberflächen kosten bis zu 499 Dollar.
Die Hardware ist jedoch nur ein Teil des Geschäftsmodells. Nutzer können zusätzlich für Oura Membership zahlen. Darüber erhalten sie Zugang zu mehr als 50 Gesundheitsmessungen sowie personalisierten Auswertungen, unter anderem zu Ernährung, Fruchtbarkeit sowie zur Begleitung von Therapien und Medikamenteneinnahme.
Die Zahl der zahlenden Mitglieder lag Ende Juni bei mehr als fünf Millionen. In den USA kostet ein Abonnement 5,99 Dollar pro Monat oder 69,99 Dollar pro Jahr.
Auch künstliche Intelligenz spielt eine immer größere Rolle. In der App ist Oura Advisor integriert, ein KI-Assistent, der Nutzern hilft, ihre Gesundheitsdaten einzuordnen, und personalisierte Hinweise liefert.
Das schnelle Wachstum hat Oura bislang nicht profitabel gemacht. In den neun Monaten bis Ende Juni erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1,21 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 697,6 Millionen Dollar.
Gleichzeitig stieg der den Aktionären zuzurechnende Nettoverlust kräftig. Er belief sich auf 924,3 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 182,8 Millionen Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Ein Teil dieses hohen Verlusts hängt mit einem bilanziellen Effekt im Zusammenhang mit bestimmten wandelbaren Vorzugsaktien zusammen. Der Nettoverlust spiegelt daher nicht allein die operative Entwicklung von Oura wider.
Der Börsengang fällt zudem in ein Jahr, in dem mehrere große Technologieunternehmen den US-Aktienmarkt genutzt haben. Laut Bloomberg nahm SpaceX Anfang des Jahres bei seinem Börsengang 86,2 Milliarden Dollar ein. SK Hynix folgte im Juli mit einer US-Notierung im Wert von 26,5 Milliarden Dollar.
Für Oura wird sich in den kommenden Wochen zeigen, zu welchem Preis die Aktien letztlich an die Börse kommen und wie groß das Interesse der Anleger an dem schnell wachsenden Unternehmen hinter dem smarten Ring ist.
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