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Auf Anleger kommt in dieser Woche einiges zu. Den Auftakt macht heute das, was Washington als bislang „größte finanzielle Offensive“ gegen Iran bezeichnet. Danach folgen die bevorzugte Inflationskennzahl der US-Notenbank und die Quartalszahlen von Nvidia. Zugleich behalten die Märkte den Ölpreis und die langfristigen US-Renditen genau im Blick.
Ein Überblick.
Nach Angaben von US-Finanzminister Scott Bessent beginnt heute die „entscheidende Phase“ im Konflikt mit Iran. Präsident Donald Trump hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, die Vereinigten Staaten wollten Iran wirtschaftlich isolieren. Nun ist der sogenannte „wirtschaftliche D-Day“ erreicht.
Das Ziel geht über eine Rückkehr Irans an den Verhandlungstisch hinaus. Washington will sämtliche wirtschaftlichen Lebensadern kappen, bis Teheran isoliert ist. Bessent spricht sogar von einer Erosion der Macht des Regimes. Damit zielt die US-Strategie erkennbar auch auf den Fortbestand der derzeitigen iranischen Regierung.
Bessent sagte, unter anderem müssten der Handel mit iranischem Öl, Finanzströme, Wechselstuben und andere Wege zur Umgehung von Sanktionen ins Visier genommen werden. Länder, die Iran weiter unterstützten, riskierten nach seinen Worten, selbst wirtschaftlich isoliert zu werden.
Um 20.00 Uhr deutscher Zeit will Bessent auf einer Pressekonferenz die neuen Maßnahmen näher erläutern.
Die Straße von Hormus ist inzwischen seit einiger Zeit wieder praktisch blockiert, und eine Wiedereröffnung ist vorerst nicht absehbar. Iran will die für Öl und Gas zentrale Schifffahrtsroute erst freigeben, wenn die Vereinigten Staaten mehrere Forderungen erfüllen. Eine davon ist ausgerechnet der Abbau des wirtschaftlichen Drucks, den Trump nun weiter erhöht.
Nicht ohne Grund ist Brent-Öl in den vergangenen zwei Wochen um 12 Prozent gestiegen. Heute gab der Preis zwar um knapp 3 Prozent nach, doch diese Bewegung hat wenig Aussagekraft, solange die Meerenge weiter geschlossen bleibt.

Seit dem Tief von Anfang Juli ist der Ölpreis sogar um mehr als 30 Prozent gestiegen. Vor allem, weil ein Ende des Krieges nicht absehbar ist, rückt die Inflation wieder stärker in den Fokus.
Am Mittwoch wird der PCE-Preisindex veröffentlicht, der für die US-Zinspolitik maßgeblich ist. Auch innerhalb der Fed nehmen die Inflationssorgen zu. Viele Notenbanker halten eine straffere Geldpolitik wohl für notwendig, sollte die Inflation nicht sinken.
Nach den jüngsten Inflationsdaten und einem schwächeren Arbeitsmarktbericht rechnet der Markt nicht mehr mit einer Zinserhöhung im September. Fallen die neuen Zahlen jedoch höher aus als erwartet, könnte sich diese Einschätzung wieder drehen. Das wäre eine schlechte Nachricht für Bitcoin (BTC), Aktien und Edelmetalle.
Besonders wichtig ist die Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Preise für Lebensmittel und Energie herausgerechnet werden. Auf Jahressicht wird wie im Vormonat ein Anstieg um 3,3 Prozent erwartet, auf Monatssicht ein Plus von 0,2 Prozent.
Nvidia legt am Mittwoch nach Börsenschluss an der Wall Street seine Quartalszahlen vor. Der Handel endet um 22.00 Uhr deutscher Zeit, kurz darauf werden die Zahlen veröffentlicht. Die Erläuterungen des Managements beginnen um 23.00 Uhr.
Nvidia (NVDA) stellt die Chips her, auf denen nahezu alle großen KI-Modelle laufen. Dadurch ist das Unternehmen zum zentralen Gradmesser des gesamten KI-Booms geworden: Läuft es bei Nvidia gut, gilt das auch als Signal für die KI-Investitionen von Konzernen wie Microsoft, Amazon und Meta.
Das Unternehmen übertrifft inzwischen seit acht Quartalen in Folge seine eigene Umsatzprognose, und der Abstand wird immer größer. Dennoch fiel die Aktie in sechs dieser acht Fälle am Folgetag. Die Messlatte liegt inzwischen so hoch, dass besser als erwartet nicht mehr reicht.
Hinzu kommt der fragile Anleihemarkt in den Vereinigten Staaten. Die Renditen steigen dort seit längerer Zeit deutlich. Die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen erreichte zuletzt sogar den höchsten Stand seit 2007, also seit der Zeit unmittelbar vor der Finanzkrise.

Auf dem Höhepunkt verlangten Anleger mehr als 5,3 Prozent dafür, dem Staat ihr Geld für 30 Jahre zu leihen. Dieser Zins ist gestiegen, weil sie mehr Risiken sehen: bei der Inflation, der Staatsverschuldung und den Haushaltsdefiziten.
Die hohen Renditen verteuern es für die Regierung, neue Schulden aufzunehmen. Zugleich wirken sie auf alles, was mit Finanzierung zu tun hat, etwa Unternehmenskredite und Hypotheken.
Am vergangenen Mittwoch gab US-Finanzminister Scott Bessent den Auftrag, mehr langlaufende Staatsanleihen aufzukaufen und so die Renditen zu drücken. Diese fielen daraufhin deutlich, zogen in den folgenden Tagen aber wieder an.
Bessent hatte bereits erklärt, zu weiteren Eingriffen bereit zu sein. Steigen die Renditen in dieser Woche weiter, liegt eine neue Ankündigung nahe.
Die anschließende Gegenbewegung zeigt, dass solche Eingriffe aus Sicht des Marktes an den grundlegenden Problemen nichts ändern. Die Regierung gibt zu viel aus, und die Staatsverschuldung ist nicht mehr tragfähig.
Zugleich scheint das Vertrauen begrenzt, dass die US-Notenbank die Inflation nach fünf Jahren wieder auf ihr Ziel von 2 Prozent zurückführen kann.
Auch in Japan, Frankreich und Deutschland stiegen die Renditen auf historische Höchststände. Es ist in jedem Fall ein Teufelskreis, aus dem nur schwer herauszukommen ist. Gold und Bitcoin profitieren davon als knappe, unabhängige Anlagewerte.
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