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Die Europäische Zentralbank (EZB) ist einem komplett neuen Design der Euro-Banknoten einen Schritt näher gekommen. Zehn Entwürfe wurden für die erste umfassende Neugestaltung seit der Einführung des Euro im Jahr 2002 ausgewählt.
Auffällig ist, dass auch der niederländische Grafikdesigner Joost Grootens zu den Kandidaten zählt. Mehr als sechs Millionen Europäer haben inzwischen über die Entwürfe abgestimmt.
Die EZB stellte vergangene Woche zehn ausgewählte Entwürfe vor, die zwei Themenbereichen zugeordnet sind. Bürger der Eurozone können noch bis einschließlich 21. September online angeben, welche Serie sie bevorzugen. Das Ergebnis der öffentlichen Abstimmung fließt gemeinsam mit der Bewertung einer Fachjury und einer zusätzlichen Umfrage unter Europäern in die endgültige Entscheidung ein.
Ende dieses Jahres gibt die EZB bekannt, welcher Entwurf ausgewählt wird. Die neuen Euro-Banknoten dürften anschließend voraussichtlich erst 2030 oder 2031 tatsächlich in Umlauf kommen.
Die Überarbeitung ist das erste vollständige Redesign seit der Einführung des Euro im Jahr 2002. Neben einem neuen Erscheinungsbild erhalten die Banknoten auch verbesserte Sicherheitsmerkmale, um Fälschungen zu erschweren.
Einer der ausgewählten Designer ist Joost Grootens aus Amsterdam. Sein Entwurf fällt unter das Thema „Europäische Kultur“, bei dem bekannte historische Persönlichkeiten im Mittelpunkt stehen. Auf den verschiedenen Banknoten erscheinen unter anderem Ludwig van Beethoven, Marie Curie, Leonardo da Vinci, Miguel de Cervantes, Maria Callas und Bertha von Suttner.
Grootens entschied sich bewusst dagegen, diese historischen Figuren als Helden darzustellen. Die Porträts schnitt er eng zu, sodass vor allem Gesichtsausdruck und Blick in den Vordergrund rücken. Bei Leonardo da Vinci ließ er etwa den bekannten langen Bart und den Hut weg.
Nach Ansicht von Grootens geht es bei Kultur nicht um Heldenverehrung, sondern darum, wie Europäer beobachten, schaffen und sich ausdrücken. Sein Entwurf soll daher eher eine Reflexion über die Entstehung von Kultur sein als eine Sammlung ikonischer Porträts.
Für seinen Entwurf ließ er sich vom niederländischen Sonnenblumen-Geldschein aus der Guldenzeit sowie von modernen Banknoten unter anderem aus der Schweiz und Norwegen inspirieren.
Die zehn verbliebenen Entwürfe verteilen sich auf zwei Themenbereiche. Die erste Serie widmet sich der europäischen Kultur, mit historischen Persönlichkeiten auf der Vorderseite und Orten wie Bibliotheken, Konzertsälen und Museen auf der Rückseite.
Die zweite Serie setzt dagegen auf die Natur als verbindendes Element. Darauf sind europäische Vogelarten wie Eisvogel, Storch und Bienenfresser zu sehen, kombiniert mit Landschaften und europäischen Institutionen, die sich für Natur- und Umweltschutz einsetzen.
Philippe Geoffroy, bei der EZB für neue Banknoten zuständig, zufolge besteht das Ziel darin, Banknoten zu entwerfen, in denen sich Europäer stärker wiederfinden. Während die aktuellen Euro-Banknoten bewusst neutrale Brücken, Fenster und Tore zeigen, will die Zentralbank der neuen Serie eine klarere europäische Identität geben, ohne den gemeinsamen Charakter der Währung aus dem Blick zu verlieren.
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