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Die Unruhe an den Finanzmärkten hält am Freitagnachmittag an. Europäische Börsen notieren überwiegend im Minus, und auch die Wall Street eröffnet in Rot, während Investoren weiterhin mit den Folgen des Konflikts um den Iran ringen. Der Ölpreis steigt erneut, was die Angst vor hartnäckiger Inflation, höheren Zinsen und zusätzlichem Druck auf risikoreiche Anlagen schürt.
Besonders Technologiewerte reagieren empfindlich. Der Nasdaq 100 befindet sich offiziell in einer Korrekturphase, was bedeutet, dass der Index mehr als zehn Prozent unter dem Höchststand von Oktober 2025 liegt. Damit steigt die Nervosität an der Börse, gerade jetzt, wo zum Wochenende hin weiterhin große Unsicherheit über die Lage im Nahen Osten besteht.
An den europäischen Börsen dominiert deutlich das Minus. Der EURO STOXX 50 steht bei 5.504 Punkten und verliert 1,12 Prozent. Der STOXX Europe 600 fällt um 1,01 Prozent. In Frankfurt gibt der DAX um 1,34 Prozent auf 22.311 Punkte nach, während der CAC 40 in Paris um 0,92 Prozent auf 7.698 Punkte sinkt. Der FTSE 100 hält den Verlust mit 0,23 Prozent noch relativ in Grenzen.
Auch am Amsterdamer Börsenplatz ist die Stimmung schwach. Der AEX fällt am Freitagnachmittag auf 959,75 Punkte, ein Verlust von 1,14 Prozent. Besonders Chipwerte stehen unter Druck. Anleger reagieren damit nicht nur auf die Schwäche im amerikanischen Technologiesektor, sondern auch auf den steigenden Ölpreis und die Angst, dass die Zentralbanken weniger Spielraum haben, um die Zinsen zu senken.
Diese Sorge ist in Europa besonders ausgeprägt. Analysten warnen, dass ein längerer Konflikt im Iran die Energiepreise weiter in die Höhe treiben könnte. Europa ist dafür besonders anfällig, da die Region stark von importierter Energie abhängig ist. Ein langanhaltender Energieschock könnte daher gleichzeitig das Wachstum bremsen und die Inflation hoch halten.
Auch in den Vereinigten Staaten startet der Handelstag mit negativen Vorzeichen. Der S&P 500 steht bei 6.412 Punkten, ein Minus von 1,01 Prozent. Der Dow Jones fällt um 1,12 Prozent auf 45.445 Punkte und der Nasdaq 100 verliert 1,22 Prozent auf 23.298 Punkte. Auch der Russell 2000 notiert niedriger.
Damit steuert der S&P 500 auf die fünfte Verlustwoche in Folge zu. Der Nasdaq 100 befindet sich jetzt offiziell im Korrekturbereich. Das verdeutlicht, wie stark Wachstumsaktien durch die Kombination aus teurem Öl, steigenden Zinsen und geopolitischer Unsicherheit getroffen werden.

Die Nervosität zeigt sich auch im VIX, dem bekannten Angstbarometer an der Wall Street. CNBC berichtet, dass dieser am Freitag über die Marke von 30 steigt. Ein solches Niveau deutet darauf hin, dass Investoren mit erheblichen Schwankungen und möglicherweise weiteren Rückgängen am Aktienmarkt rechnen.
Zudem steigt die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe auf 4,46 Prozent. Das macht Aktien, insbesondere hoch bewertete Tech-Unternehmen, weniger attraktiv. Gleichzeitig suchen Anleger Sicherheit in Gold und dem Dollar, ein klassisches Muster an Tagen, an denen das Risikosentiment sich verschlechtert.
Der Ölmarkt bleibt am Freitag der große Treiber des Sentiments. Brent steigt auf deutlich über 110 Dollar pro Barrel, während das amerikanische WTI um die 97 Dollar notiert. Damit geht der Markt klar davon aus, dass die Energieversorgung längerfristig gestört bleibt.

Der Grund ist, dass Donald Trump eine Frist für mögliche neue Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur auf den 6. April verschoben hat. Auf dem Papier gibt das mehr Zeit für Verhandlungen, doch Anleger schöpfen daraus kaum Beruhigung. Der Markt sieht vor allem, dass die Unsicherheit länger anhält und das Risiko neuer Störungen in und um die Straße von Hormus nicht verschwindet.
Das ist von großer Bedeutung für die Weltwirtschaft. Über diese Route verlaufen ein Großteil der weltweiten Öl- und Gasströme. Solange die Passage verwundbar bleibt, besteht auch die Angst vor steigenden Energiepreisen, anhaltender Inflation und schwächerem Wachstum. Bloomberg und CNBC zeichnen daher dasselbe Bild: Investoren hoffen auf Diplomatie, aber handeln vor allem aus andauernder Unsicherheit heraus.
In Asien zeigt sich das Bild in der Nacht und am Morgen gemischt. Der Hang Seng steigt um 0,38 Prozent, der Shanghai Composite gewinnt 0,63 Prozent und der CSI 300 klettert um 0,56 Prozent. In Japan schließt der Topix 0,19 Prozent höher, während die breitere Stimmung vorsichtig bleibt. Der indische Nifty 50 fällt hingegen mit einem Verlust von 2,09 Prozent auf. Auch der australische ASX schließt tiefer.
Dieses gemischte Bild zeigt, dass nicht jeder Markt gleichermaßen betroffen ist, jedoch bleibt die zugrundeliegende Sorge überall dieselbe: höhere Energiepreise und Unklarheit über den nächsten Schritt im Konflikt. Laut verschiedener Marktanalyse bleibt dies vorerst der entscheidende Faktor für Aktien, Anleihen und auch Krypto.

Bitcoin (BTC) bewegt sich am Freitag mit dem breiteren Risikosentiment nach unten. Der Coin steht derzeit bei etwa 66.800 Dollar. Das unterstreicht, dass auch Krypto derzeit empfindlich auf makroökonomischen Druck reagiert. Solange Öl hoch bleibt und Investoren Sicherheit suchen, bleibt es schwierig für risikoreiche Anlagen, sich überzeugend zu erholen.
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