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Ein US-amerikanisches Mining-Unternehmen stellt das Bitcoin-Mining (BTC) in den Vereinigten Staaten vollständig ein und richtet sich künftig auf künstliche Intelligenz (KI) aus. Das Unternehmen will seine umfangreichen Stromkapazitäten und seine Rechenzentrumsinfrastruktur in einem Markt einsetzen, der derzeit deutlich stärker wächst.
Es geht um Keel Infrastructure, ein Unternehmen, das sich bis vor Kurzem unter anderem auf Bitcoin-Mining konzentrierte. Der deutliche Strategiewechsel erfolgt in einer schwierigen Phase. Der Quartalsumsatz hat sich halbiert, Keel verbuchte einen operativen Verlust von 141 Millionen Dollar und verkaufte mehr als tausend Bitcoin.
Aus den am Montag veröffentlichten Quartalszahlen geht hervor, dass Keel im vergangenen Quartal einen Umsatz von 30 Millionen Dollar erzielte. Das sind 50 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Nach Angaben des Unternehmens ist der Rückgang vor allem auf einen niedrigeren durchschnittlichen Bitcoin-Preis und die Schließung des Mining-Standorts in Moses Lake im April 2026 zurückzuführen.
Auch operativ verschlechterten sich die Ergebnisse deutlich. Keel meldete einen operativen Verlust von 141 Millionen Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein operativer Gewinn von 11 Millionen Dollar erzielt worden war.
Dieser Verlust entspricht allerdings nicht vollständig einem tatsächlichen Mittelabfluss. Rund 84 Millionen Dollar entfallen auf nicht zahlungswirksame Abschreibungen, bei denen unter anderem Ausrüstung bilanziell an Wert verliert.
Anleger reagierten dennoch negativ. Die Keel-Aktie fiel am Montag nach Veröffentlichung der Zahlen um zwölf Prozent.
Vor diesem Hintergrund vollzieht das Unternehmen einen weitreichenden strategischen Schwenk. Keel hat das Bitcoin-Mining in den USA vollständig eingestellt und will die frei gewordene Infrastruktur für High-Performance-Computing und KI nutzen.
Das mag zunächst wie ein ungewöhnlicher Wechsel wirken, doch beide Bereiche haben eine zentrale Gemeinsamkeit: Sie benötigen enorme Mengen Strom und leistungsfähige Rechnerinfrastruktur.
Bitcoin-Mining-Unternehmen verfügen häufig bereits über große Flächen, starke Netzanschlüsse und Rechenzentrumsanlagen. Genau diese Infrastruktur ist durch den KI-Boom zunehmend gefragt.
Keel arbeitet deshalb an einem neuen Standort für High-Performance-Computing. Dabei soll Infrastruktur genutzt werden, die ursprünglich für Bitcoin-Mining vorgesehen war.
Mit dieser Entwicklung steht das Unternehmen nicht allein. Auch andere Akteure aus der Mining-Branche versuchen, ihre Stromkapazitäten und Standorte für KI und andere rechenintensive Anwendungen verfügbar zu machen.
Der Kurswechsel zeigt sich auch am Bitcoin-Bestand des Unternehmens. Seit dem 1. April verkaufte Keel 1.085 BTC für rund 75 Millionen Dollar.
Am Freitag hielt das Unternehmen noch 1.861 BTC. Keel hat seinen gesamten Bitcoin-Bestand damit nicht verkauft, baut ihn aber ab, während die Mining-Aktivitäten in den USA eingestellt werden.
Finanziell verfügt das Unternehmen vorerst über Spielraum für den Umbau. Keel meldete eine Gesamtliquidität von rund 819 Millionen Dollar. Davon waren 698 Millionen Dollar frei verfügbar.
Für Keel wird die nächste Phase damit zu einem wichtigen Test. Das Unternehmen lässt das Bitcoin-Mining in den Vereinigten Staaten vollständig hinter sich und setzt darauf, dass seine knappen Stromkapazitäten und seine Infrastruktur für KI-Rechenzentren langfristig wertvoller sind.
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