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Der Rekordhack bei Binance zeigt, dass selbst die größten Kryptounternehmen nicht vor Cyberangriffen sicher sind. Bei der weltgrößten Kryptobörse wurden Schätzungen zufolge Kryptowerte im Wert von 6,3 Milliarden Dollar erbeutet.
Sicherheitsexperten warnen, dass die Folgen weit über Binance hinausreichen. Der Angriff wirft Fragen zur sicheren Verwahrung von Kundengeldern bei Kryptounternehmen auf – gerade jetzt, da immer mehr große Finanzinstitute in den Kryptomarkt einsteigen.
Binance ist mit Abstand die größte Kryptobörse der Welt. Dennoch gelang es Hackern, Coins im Wert von mehreren Milliarden Dollar zu stehlen. Der Angriff zeigt, dass selbst die größten Unternehmen der Kryptobranche nicht vor Cyberkriminellen sicher sind.
Nach Einschätzung von Aneirin Flynn, Geschäftsführer des Cybersicherheitsunternehmens FailSafe, ist das Ausmaß des Angriffs beispiellos. Gegenüber Bloomberg bezeichnete er den Vorfall als den größten digitalen Diebstahl aller Zeiten – auch über die Kryptobranche hinaus.
Flynn sorgt sich vor allem um das Vertrauen in die Kryptobranche. Diese bemüht sich zunehmend um große Finanzinstitute wie Banken und Vermögensverwalter. Sie stellen jedoch hohe Anforderungen an die Sicherheit ihrer Gelder.
Wiederholte Hackerangriffe auf große Kryptounternehmen könnten diese Institute abschrecken.
Binance beziffert den Schaden durch den Hack auf 6,3 Milliarden Dollar. Die Kryptobörse betont, dass die Kundengelder sicher seien, und verspricht, mögliche Verluste vollständig auszugleichen.
Zudem hat Binance Auszahlungen vorübergehend ausgesetzt. Das Unternehmen untersucht derzeit, wie die Hacker eindringen konnten.
Der Angriff ist der bislang größte in einer langen Reihe von Kryptodiebstählen. Im Februar 2025 erbeuteten Hacker bei der Kryptobörse Bybit rund 1,5 Milliarden Dollar. Damals war dies der größte Kryptohack aller Zeiten.
Die US-Bundespolizei FBI machte nordkoreanische Hacker für den Angriff verantwortlich. Diese verteilten die gestohlenen Gelder anschließend auf Tausende Adressen auf verschiedenen Blockchains, um die Rückverfolgung der Coins zu erschweren.
Auch in diesem Jahr traf es mehrere Kryptounternehmen. Im August verschwanden Bitcoin im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar aus Tausenden Wallets, die mit Geräten des Herstellers Coinkite gesichert waren. Die Angreifer nutzten einen Softwarefehler aus, durch den sich geheime Zugangsschlüssel vorhersagen ließen.
Einen Monat später wurde die Kryptobörse Bitget Opfer eines Angriffs, bei dem Berichten zufolge rund 388 Millionen Dollar gestohlen wurden.
Im Oktober wurden zudem Sicherheitsprobleme bei Hardware-Wallets von Ledger bekannt. Kriminelle hatten Geräte manipuliert, die über einen Wiederverkäufer in Südostasien vertrieben wurden. Nach Schätzungen von Sicherheitsforschern entstand ein Schaden von mehr als 90 Millionen Dollar. Ledger betonte, dass die eigenen Systeme nicht gehackt worden seien.
In dieser Woche musste außerdem die Prognoseplattform Polymarket den Handel nach einem Sicherheitsvorfall bei einem externen Softwareanbieter vorübergehend aussetzen. Dabei gingen Berichten zufolge mehr als 2,5 Millionen Dollar verloren.
Die Angriffe zeigen, dass die Schwachstellen nicht allein bei den Kryptobörsen liegen. Auch Softwareanbieter, Mitarbeiter und andere Dienstleister können Hackern Zugang zu den Systemen verschaffen.
Das Problem betrifft allerdings nicht nur die Kryptobranche. Auch mehrere Finanzinstitute in Südkorea wurden zuletzt Opfer von Cyberangriffen, bei denen Kundendaten gestohlen wurden.
Bei Binance könnte der Angriff vom Laptop eines Mitarbeiters ausgegangen sein. Nach ersten Erkenntnissen der Kryptobörse spielte möglicherweise ein mit Schadsoftware infizierter Computer eines Softwareentwicklers eine Rolle.
Wie genau die Angreifer Zugang zu den Systemen erhielten, wird noch untersucht. Binance betont, es gebe keine Hinweise darauf, dass private Schlüssel von Krypto-Wallets abgeflossen seien.
Nach Angaben des Blockchain-Analyseunternehmens TRM Labs steckt die nordkoreanische Hackergruppe TraderTraitor hinter dem Angriff. Die Gruppe soll die Tat mindestens 36 Stunden lang vorbereitet haben.
Anschließend wurden innerhalb kurzer Zeit Coins im Wert von mehreren Milliarden Dollar über zehn verschiedene Blockchains transferiert, darunter Bitcoin, Ethereum, Solana und XRP.
Der mögliche Zugang über einen Laptop verdeutlicht, wie komplex die Absicherung großer Kryptounternehmen geworden ist. Nicht nur digitale Wallets müssen geschützt werden. Auch interne Software, die Computer der Mitarbeiter und Systeme zur Freigabe von Transaktionen benötigen wirksame Sicherheitsmaßnahmen.
Luca Parlamento, Gründer der Investmentgesellschaft D2 Finance, zufolge müssen sich insbesondere Großanleger dieser Risiken bewusst sein.
Wer seine Coins auf einer Handelsplattform belässt, vertraut darauf, dass das Unternehmen sie sicher verwahrt. Bei einem Sicherheitsvorfall sind Kunden deshalb auf die Schutzmaßnahmen und die finanziellen Reserven der Börse angewiesen.
Genau deshalb wiegt der Binance-Hack nach Einschätzung von Experten so schwer. Wenn selbst eines der größten und bekanntesten Unternehmen der Kryptobranche von einem Angriff dieses Ausmaßes getroffen werden kann, dürfen sich auch andere Anbieter nicht in Sicherheit wiegen.
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