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Die Kryptobörse Bitget ist Opfer eines großangelegten Hackerangriffs geworden. Bei der Attacke waren Kryptowährungen im Wert von rund 351,6 Millionen Dollar betroffen, wie CEO Gracy Chen bestätigt. Nach ihren Angaben sind die Kundenguthaben sowie die wichtigsten Offline-Wallets der Börse sicher.
Bitget hat Auszahlungen vorübergehend ausgesetzt, während die Börse den Angriff untersucht. Sollte der gesamte Betrag tatsächlich entwendet worden sein, könnte es sich um den bislang größten Krypto-Hack des Jahres 2026 handeln.
Der Angriff wurde am Donnerstag bekannt, nachdem Blockchain-Analysten auffällige Transaktionen aus Wallets von Bitget registriert hatten. Zunächst sah es danach aus, als seien Kryptowährungen im Wert von rund 183 Millionen Dollar bewegt worden. Später stellte sich heraus, dass der Vorfall größer war.
CEO Gracy Chen teilte anschließend mit, dass Kryptowährungen im Wert von etwa 351,6 Millionen Dollar von dem Angriff betroffen gewesen seien. Nach ihren Angaben kam es zu nicht autorisierten Transaktionen aus einem Teil der Hot Wallets von Bitget.
Hot Wallets sind mit Online-Systemen verbunden und werden von Kryptobörsen genutzt, um Transaktionen und Auszahlungen abzuwickeln. Dadurch sind sie leichter zugänglich als Cold Wallets, bei denen die wichtigsten Zugangsschlüssel außerhalb internetgebundener Systeme verwahrt werden.
„Die Cold Wallets sind weiter vollständig sicher. Bitget nutzt eine dreistufige Wallet-Struktur. Betroffen war nur ein Teil der Hot und Warm Wallets“, schreibt Chen.
Auch Emmett Gallic vom Blockchain-Analyseunternehmen Arkham Intelligence untersuchte die Transaktionen. Nach seinen Angaben wurden aus mehreren Bitget-Wallets Kryptowährungen über verschiedene Blockchain-Netzwerke verschoben. Dazu zählten unter anderem Ethereum (ETH), BNB, Avalanche (AVAX) und USDT0, die schließlich auf einer Adresse gebündelt wurden.
Wie viel die Hacker tatsächlich erbeutet haben, steht noch nicht fest. Die von Bitget genannten 351,6 Millionen Dollar bezeichnen den Gesamtwert, der von dem Sicherheitsvorfall betroffen war. Der endgültige Schaden könnte daher niedriger ausfallen.
Bitget hat nach dem Angriff die Auszahlungen von Kunden vorübergehend gestoppt. Einzahlungen und der Handel auf der Plattform bleiben laut Chen weiterhin möglich.
Die Börse nutzt die Pause, um ihre Systeme zu überprüfen und das Ausmaß des Angriffs zu ermitteln.
Chen betont, dass Nutzer ihre Guthaben nicht verlieren sollen. Bitget verfügt zudem über einen speziellen Schutzfonds, der nach ihren Angaben mehr als 464 Millionen Dollar umfasst.
Der Fonds soll Nutzer absichern, wenn die Börse etwa infolge eines Hacks hohe Verluste erleidet.
Bitget kündigt an, innerhalb von 24 Stunden einen ausführlichen Bericht zu dem Angriff zu veröffentlichen. Darin soll klarer werden, wie die Hacker Zugang erhielten und wie viel Krypto letztlich verloren ging.
Das Ausmaß macht den Angriff besonders bemerkenswert. Sollte sich bestätigen, dass tatsächlich fast 352 Millionen Dollar verloren gegangen sind, könnte es der größte Krypto-Hack des Jahres 2026 werden.
Anfang dieses Monats wurde auch das Liquid Network von einem schweren Angriff getroffen. Dabei ging es um rund 320 Millionen Dollar. Die Angreifer erklärten später, sie hätten als sogenannte White-Hat-Hacker gehandelt.
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