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Die Kryptobörse Binance ist Opfer eines massiven Hackerangriffs geworden, bei dem schätzungsweise 6,3 Milliarden Dollar an Kryptowerten betroffen sind. Nach Angaben des Blockchain-Analyseunternehmens TRM Labs stecken nordkoreanische Hacker hinter dem Angriff. Es wäre der bislang größte Kryptodiebstahl.

Binance hat Auszahlungen vorübergehend ausgesetzt und versucht, gestohlene Vermögenswerte in Milliardenhöhe zu sichern. Unterdessen gerät auch der Bitcoin-Kurs stark unter Druck.

Binance friert nach massivem Hackerangriff Milliarden ein

Binance, die größte Kryptobörse der Welt, beziffert den Umfang des Sicherheitsvorfalls auf schätzungsweise 6,3 Milliarden Dollar. Das Unternehmen arbeitet mit anderen Akteuren der Kryptobranche zusammen, um weitere Transfers der betroffenen Vermögenswerte zu verhindern.

Nach Angaben von Binance wurden inzwischen Kryptowerte im Umfang von rund 3 Milliarden Dollar auf der Blockchain eingefroren.

Die Börse hat zudem sämtliche Auszahlungen vorübergehend ausgesetzt. Mitgründerin Yi He rechnet damit, dass Kunden innerhalb von 48 Stunden wieder Geld abheben können.

Binance betont, die Kundenguthaben seien sicher, und sagt zu, mögliche Verluste vollständig zu ersetzen. Die Verunsicherung der Anleger hält dennoch vorerst an.

Das Ausmaß des Angriffs ist außergewöhnlich. Bislang galt der Hackerangriff auf die Kryptobörse Bybit im Februar 2025 als der größte der Geschichte. Damals wurden Kryptowährungen im Wert von knapp 1,5 Milliarden Dollar gestohlen.

Nach ersten Schätzungen ist das Volumen des Diebstahls bei Binance mehr als viermal so hoch.

Laut TRM Labs wurde der Angriff von TraderTraitor ausgeführt, einer Hackergruppe mit Verbindungen zu Nordkorea. Das Analyseunternehmen erklärt, diese Zuordnung anhand von Blockchain-Transaktionen und weiteren Quellen mit hoher Sicherheit getroffen zu haben.

Die Hacker sollen sich Zugang zu internen Systemen von Binance verschafft haben. Anschließend sollen sie mithilfe von Software Transaktionen freigegeben und Kryptowährungen über zehn verschiedene Blockchains transferiert haben, darunter Bitcoin und Ethereum.

Binance untersucht, ob ein mit Schadsoftware infizierter Laptop eines Softwareentwicklers eine Rolle gespielt hat. Nach Angaben des Unternehmens gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass private Schlüssel von Krypto-Wallets kompromittiert wurden.

Auch die Emittenten großer Stablecoins haben eingegriffen. Tether hat laut Unternehmenschef Paolo Ardoino betroffene Guthaben im Wert von mehr als 1,5 Milliarden Dollar eingefroren. Circle, das Unternehmen hinter USDC, hat nach eigenen Angaben rund 800 Millionen Dollar gesperrt.

Bitcoin-Kurs fällt unter 77.000 Dollar

Der massive Hackerangriff auf Binance sorgt für erhebliche Unruhe am Kryptomarkt. Der Bitcoin-Kurs fiel in der Nacht auf 76.500 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit September. Auch andere große Kryptowährungen verzeichneten deutliche Verluste.

Der Kursrückgang verdeutlicht den großen Einfluss von Binance. Als weltweit größte Kryptobörse spielt die Plattform eine wichtige Rolle im Handel. Ein Hackerangriff dieses Ausmaßes kann deshalb das Vertrauen in den gesamten Kryptomarkt erschüttern.

Binance versichert Kunden die Sicherheit ihrer Guthaben

Nach Einschätzung des Blockchain-Analyseunternehmens TRM Labs haben sich die Möglichkeiten, gestohlene Kryptowerte aufzuspüren, in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Obwohl Hacker immer schneller und raffinierter vorgehen, können Ermittler verdächtige Transaktionen inzwischen nahezu in Echtzeit verfolgen.

Auch Stablecoin-Emittenten können rasch eingreifen und gestohlene Guthaben einfrieren. Im Fall von Binance hat das bereits Wirkung gezeigt: Von den geschätzten 6,3 Milliarden Dollar sind inzwischen rund 3 Milliarden Dollar gesperrt.

Binance bemüht sich unterdessen, die Kunden zu beruhigen. Die Kryptobörse betont, ihre Guthaben seien sicher, und verspricht, mögliche Verluste vollständig zu ersetzen.

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