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Der XRP-Kurs steht stark unter Druck. Auf der Kryptobörse Bitfinex zeichnet sich jedoch eine auffällige Entwicklung ab: Nach Angaben des Kryptoanalysten Xaif ist die Zahl der Shortpositionen, mit denen Händler auf weiter fallende Kurse setzen, sprunghaft gestiegen.
Das kann den Verkaufsdruck verstärken, bei einer plötzlichen Marktumkehr aber auch einen unerwarteten Kursanstieg auslösen.
Auf der Kryptobörse Bitfinex ist die Zahl der XRP-Shortpositionen am 4. November um 652 Prozent auf 468,2 Millionen gestiegen. Das geht aus Daten hervor, die der Kryptoanalyst Xaif auf X veröffentlicht hat.
Dem Analysten zufolge zählt der Zuwachs zu den größten in der Geschichte von XRP.
Mit einer Shortposition setzen Händler auf fallende Kurse. Sie erzielen Gewinne, wenn der Kurs sinkt, und erleiden Verluste, wenn er steigt.
Am 5. November schien diese Wette zunächst nicht aufzugehen. Der XRP-Kurs erholte sich um rund drei Prozent auf 1,31 Dollar.
Die Erholung hielt jedoch nur kurz an. Im Zuge der massiven Verkaufswelle an der Wall Street geriet auch der Kryptomarkt stark unter Druck. XRP gab erneut nach und fiel in Richtung 1,18 Dollar.
Die hohe Zahl an Shortpositionen schafft laut Xaif eine ungewöhnliche Konstellation. Sollte der XRP-Kurs unerwartet stark steigen, könnten Händler, die auf fallende Kurse setzen, erheblich unter Druck geraten.
Das könnte einen sogenannten Short Squeeze auslösen.
Steigt der Kurs, entstehen für Anleger mit Shortpositionen Verluste. Um weitere Verluste zu vermeiden, müssen sie ihre Positionen schließen. Dazu kaufen sie in der Regel XRP zurück.
Die zusätzliche Nachfrage kann den Kurs weiter nach oben treiben und dadurch weitere Shortpositionen unter Druck setzen. So kann sich ein zunächst relativ kleiner Kursanstieg zu einer deutlich stärkeren Bewegung ausweiten.
Angesichts des Umfangs der Shortpositionen könnte ein solcher Anstieg laut Xaif besonders kräftig ausfallen.
Ein Kursanstieg ist damit allerdings nicht garantiert. Solange XRP weiter fällt, können Händler mit Shortpositionen davon profitieren.
Die hohe Zahl an Shortpositionen kann für den XRP-Kurs in beide Richtungen wirken. Fällt der Kurs weiter, profitieren die Händler, die darauf gesetzt haben. Bei einer plötzlichen Erholung kann sich hingegen ein starker Kursanstieg entwickeln.
Steigt XRP deutlich genug, können Anleger mit Shortpositionen gezwungen sein, ihre Positionen zu schließen. Dafür müssen sie XRP zurückkaufen, was den Kurs weiter nach oben treiben kann. So kann ein sogenannter Short Squeeze entstehen.
Die Stimmung am Kryptomarkt bleibt vorerst allerdings negativ. Der US-Aktienmarkt verzeichnete am Donnerstag schwere Verluste. Auch Bitcoin (BTC) und andere Kryptowährungen gaben deutlich nach.
Entscheidend ist zudem, dass sich die Daten ausschließlich auf Bitfinex beziehen. Wie viele Shortpositionen auf anderen Handelsplattformen offen sind und bei welchen Kursen diese zwangsweise geschlossen würden, ist nicht bekannt.
Ein kräftiger Kursanstieg ist somit möglich. Die hohe Zahl an Shortpositionen bedeutet aber nicht automatisch, dass sich XRP erholt.
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