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Milliardär Mark Cuban hält Chips für die nächste große spekulative Anlageklasse. Seiner Einschätzung nach könnten Chips, vor allem aber Rechenleistung, in der kommenden Marktphase eine ähnliche Rolle spielen wie Kryptoanlagen im vorigen Zyklus. Die Aussage kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt: In Kürze lanciert die CME Group regulierte Futures auf GPU-Mietpreise.
Damit entwickelt sich Rechenleistung zunehmend zu einem handelbaren Rohstoff. Vom KI-Boom profitieren dadurch nicht nur Nvidia-Aktien. Auch der Preis für Rechenleistung selbst kann zu einem eigenen Markt werden.
Der Vergleich mit Krypto beruht vor allem auf dem Faktor Knappheit. Bei Bitcoin (BTC) steht die Begrenzung auf 21 Millionen Einheiten im Mittelpunkt, während die Nachfrage weiter steigen kann. Bei KI-Chips entsteht eine ähnliche Dynamik, nur in der physischen Welt.
Hochentwickelte Chips sind knapp, die Nachfrage von KI-Unternehmen ist enorm, und Rechenzentren konkurrieren um den Zugang zu derselben Rechenleistung. Deshalb sieht Cuban Chips als Anlageklasse.
Ganz stimmig ist der Vergleich dennoch nicht. Bitcoin basiert auf einem öffentlichen Netzwerk, wird rund um die Uhr gehandelt und unterliegt keinem Verschleiß. Chips befinden sich in Rechenzentren, verlieren mit dem Erscheinen neuer Modelle an Wert und erfordern Wartung, Energie und Infrastruktur.
Die CME Group will ab dem 5. Oktober Futures auf GPU-Mietpreise anbieten, darunter Kontrakte auf Rechenleistung der H100- und B200-GPUs. Jeder Kontrakt bildet die Kosten für einen Monat GPU-Miete ab.
Für KI-Unternehmen und Cloud-Anbieter kann das nützlich sein. Sie sind schwankenden Preisen für Rechenleistung ausgesetzt. Über Futures können sie diese Kosten im Voraus festschreiben und verlässlicher planen.
Damit ähnelt Rechenleistung Energie, Öl oder Strom: einem Produktionsfaktor, den Unternehmen benötigen und dessen Preis sich absichern lässt.
Die Zahlen von Nvidia verdeutlichen, warum dieser Markt entsteht. Das Unternehmen erzielte im Quartal bis zum 26. April einen Rechenzentrumsumsatz von 75,2 Milliarden Dollar, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtumsatz lag bei 81,6 Milliarden Dollar und damit 85 Prozent höher als ein Jahr zuvor.
CEO Jensen Huang bezeichnet den KI-Ausbau als den größten Infrastrukturaufbau aller Zeiten. Übertrieben wirkt das nicht. KI erfordert enorme Investitionen in Chips, Rechenzentren, Stromversorgung und Netzwerke. Wer Zugang zur passenden Hardware hat, besitzt einen strategischen Vorteil.
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