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Der Kryptomarkt legte gestern rasant zu, doch der Anstieg hielt nicht lange. Die Kurse von Bitcoin (BTC), Ethereum und praktisch allen anderen Coins vollzogen eine schmerzhafte Kehrtwende. Dadurch sehen die Charts nun plötzlich völlig anders aus.
Nach der Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex (CPI) in den USA zogen die Finanzmärkte gestern kräftig an.
Die Inflationsdaten fielen weitgehend wie erwartet aus, der monatliche Kernwert lag sogar leicht darüber. Dadurch stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in der kommenden Woche weiter – von rund 70 auf 87 Prozent.
Damit scheint die Entscheidung nun praktisch gefallen, während der Markt zu Wochenbeginn noch nahezu gespalten war. Eine Erklärung für den Kursanstieg: Die Anleger wissen nun endlich, woran sie sind. Die Unsicherheit, ob Kevin Warsh das Inflationsproblem anpacken wird, fällt damit weg.
Zugleich sorgten die Daten für etwas Optimismus, weil die jährliche Kerninflation mit 2,4 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren liegt. Damit ist sie nicht allzu weit vom Zielwert von 2 Prozent entfernt, obwohl der Ölpreis wegen des Iran-Kriegs historisch hoch notiert.
Nach der Veröffentlichung um 14:30 Uhr stieg Bitcoin binnen rund anderthalb Stunden um knapp 4 Prozent. Der Kurs sprang von 77.000 Dollar auf einen Höchststand von knapp 80.000 Dollar.
Eine Stunde später war die größte Kryptowährung bereits 1.000 Dollar günstiger, um 18:30 Uhr lag der Kurs bei 77.500 Dollar, gegen 21:00 Uhr wurde ein Tief knapp unter 77.000 Dollar erreicht. Der Kursanstieg war dahin.
Damit ist Bitcoin der Ausbruch nach oben misslungen und der Kurs fiel sogar wieder unter die Unterstützungslinie. Die Marke von 77.000 Dollar ist nun die letzte Bastion, um eine weitere Korrektur zu verhindern.
Die gestrige Tageskerze mit einem langen oberen Docht wird auch als Shooting Star bezeichnet. Obwohl sie noch im Plus schloss, haben die Verkäufer ein deutliches Zeichen gesetzt.

Analyst Ted zufolge ist es nicht überraschend, dass der gestrige Anstieg wieder ausradiert wurde, weil dahinter nur wenig Nachfrage am Spotmarkt gestanden haben dürfte. Viele erzwungene Rückkäufe von Short-Händlern, die mit geliehenem Geld auf fallende Kurse gesetzt hatten, beschleunigten den Anstieg zusätzlich.
Im Wochenchart wird die aktuelle Kerze nun häufig mit der aus dem Mai verglichen; damals folgte ein Rückgang um 25 Prozent. Aktuell steht der Kurs zwar etwas besser da, die wichtigste Marke, über der Bitcoin bleiben muss, ist jedoch der 200-Tage-Durchschnitt bei rund 70.000 Dollar.
Für Ethereum-Investoren war die Kursentwicklung noch deutlich enttäuschender. Der zweitgrößte Coin durchbrach endlich den Widerstand knapp über 2.500 Dollar, schloss am Ende jedoch wieder darunter.
Ethereum gehörte gestern mit einem Sprung von 8 Prozent zu den größten Gewinnern. Der höchste Stand seit Januar wurde erreicht, im Chart blieb davon am Ende jedoch kaum etwas übrig. Im Gegenteil: Ein Rückgang zur Unterstützung um 2.400 Dollar wirkt nun sehr wahrscheinlich.

NEAR gehörte gestern, wie zuletzt häufiger, zu den stärksten Coins am Markt. Der Kurs sprang um 13 Prozent nach oben, notiert inzwischen aber unter dem Niveau von vor dem Anstieg.
Das gestrige Hoch war der höchste Stand seit dem 4. Juni, inzwischen liegt der Kurs jedoch mehr als 15 Prozent darunter. Aus größerer Perspektive sieht der Chart allerdings weiterhin beeindruckend aus.

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