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Die südkoreanische Kryptobörse Bithumb hat zwei Klagen gegen Kunden gewonnen, die von einem massiven Fehler profitiert hatten. Wegen eines menschlichen Versehens wurden Hunderten Nutzern zusammen 620.000 Bitcoin (BTC) gutgeschrieben, obwohl eigentlich nur eine kleine Geldprämie ausgezahlt werden sollte.

Bithumb konnte nahezu alle Bitcoin zurückholen. Einige Kunden waren der Börse jedoch zuvorgekommen und verkauften einen Teil ihres unerwarteten Guthabens. Die Kryptobörse versucht nun, diese Erlöse gerichtlich zurückzufordern.

Mitarbeiter wählt Bitcoin statt Won aus

Der ungewöhnliche Fehler ereignete sich am 6. Februar im Rahmen einer Werbeaktion. Bithumb wollte 249 Nutzern insgesamt 620.000 südkoreanische Won auszahlen. Damals entsprach das rund 420 Dollar.

Bei der Verarbeitung der Prämien wählte ein Mitarbeiter jedoch Bitcoin statt südkoreanischer Won aus. Dadurch wurden nicht 620.000 Won, sondern ganze 620.000 BTC auf die Konten verteilt.

Zu diesem Zeitpunkt hatten diese Bitcoin einen Wert von mehr als 40 Milliarden Dollar.

Bithumb bemerkte den Fehler schnell und begann, die falschen Gutschriften rückgängig zu machen. Am Ende konnte die Börse 618.212 BTC zurückholen, etwa 99,7 Prozent der Gesamtsumme.

Einigen Nutzern gelang es dennoch, vor der Sperrung ihrer Konten zu handeln. Sie verkauften zusammen 1.788 BTC aus den irrtümlich erhaltenen Guthaben.

Gericht gibt Bithumb recht

Bithumb zog daraufhin vor Gericht, um die Verkaufserlöse zurückzubekommen. Im März leitete die Börse vier Verfahren wegen ungerechtfertigter Bereicherung ein.

Nach Angaben von Chosun Biz hat das Bezirksgericht Seoul Central Bithumb inzwischen in zwei Fällen recht gegeben.

Bei der größten zugesprochenen Forderung geht es um 194 Millionen Won, umgerechnet rund 140.000 Dollar. Ein weiterer Nutzer muss fünf Millionen Won zurückzahlen, etwa 3.600 Dollar.

Zwei weitere Verfahren laufen noch. Darin versucht Bithumb, Beträge von etwa 10.700 Dollar und 362.000 Dollar zurückzuerhalten.

Auffällig ist, dass die Börse nicht verlangt, dass Kunden die verkauften Bitcoin zurückgeben. Bithumb fordert das Geld zurück, das sie durch den Verkauf von Bitcoin erzielten, die infolge des Fehlers auf ihren Konten gelandet waren.

Auch Bithumb selbst steht unter Beobachtung

Der Fehler bringt nicht nur jene Kunden in Schwierigkeiten, die das Geld behielten. Auch Bithumb selbst steht im Fokus der Aufseher.

Die südkoreanische Financial Supervisory Service (FSS) untersucht unter anderem, wie die Börse Nutzern Bitcoin im Wert von mehreren Dutzend Milliarden Dollar gutschreiben konnte, obwohl Bithumb diese enorme Menge BTC Berichten zufolge gar nicht besaß.

Anfang August soll die Aufsicht einen Prüfbericht an Bithumb geschickt haben. Damit wurde ein Verfahren eingeleitet, das letztlich zu einer Sanktion führen kann. Welche Folgen der Fehler für die Kryptobörse haben wird, ist noch unklar.

Unterdessen laufen die beiden verbleibenden Klagen gegen Kunden weiter. Damit ist der bemerkenswerte Irrtum über 620.000 Bitcoin juristisch noch nicht abgeschlossen, obwohl Bithumb nahezu alles zurückholen konnte.

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