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Das US-Kryptounternehmen Ondo erhält von der europäischen Finanzaufsicht grünes Licht, eine neue Anlageform nach Europa zu bringen. Es geht um US-Aktien und Exchange-Traded Funds (ETFs), die bald einem breiten Kreis europäischer Anleger offenstehen.
Ondos Anlageplattform, Ondo Global Markets, hat von der Finanzaufsicht in Liechtenstein die Genehmigung erhalten, tokenisierte Versionen von US-Aktien und Indexfonds anzubieten.
Das Krypto-Unternehmen verkündet die Nachricht in einem offiziellen Blogpost. Diese Aufsicht, die Financial Market Authority (FMA), fällt unter das europäische sogenannte Passporting-System. Dadurch gilt die Lizenz automatisch in allen Ländern der Europäischen Union sowie im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), darunter auch Norwegen, Island und Liechtenstein selbst.
Dank der Genehmigung erhalten über 500 Millionen Europäer regulierten Zugang zu Finanzprodukten, die zuvor nur über die Wall Street verfügbar waren. Ein wichtiger Unterschied: Anleger können diese Aktien und Exchange-Traded Funds (ETFs) nun rund um die Uhr handeln – direkt über die Blockchain und ohne die Zwischenschaltung traditioneller Banken.
Laut Ondo sind die Produkte vollständig auf die europäischen Standards des Anlegerschutzes ausgerichtet. Das bedeutet unter anderem, dass auch Privatanleger Zugang zu Angeboten erhalten, die zuvor vor allem institutionellen Akteuren vorbehalten waren.
Ondo Global Markets ist aktuell bereits der größte Anbieter tokenisierter Aktien und Indexfonds. Die Plattform verwaltet mehr als 315 Millionen US-Dollar an Total Value Locked (TVL) und hat seit dem Start ein Handelsvolumen von über 1 Milliarde US-Dollar abgewickelt.
Die Tokenisierung wächst rasant – dank der großen Vorteile, die sie bietet. Im Kern bedeutet sie, dass Real-World Assets (RWA) wie Aktien, Immobilien, Gold oder sogar Kunst in digitale Token auf der Blockchain umgewandelt werden.
Das öffnet die Tür für eine Vielzahl neuer Anwendungsfälle. Neben der 24/7-Handelbarkeit bietet die Tokenisierung etwa mehr Transparenz, geringere Kosten und schnellere Transaktionen.
Zudem wird die Anlage in traditionell teuren Märkten zugänglicher, weil etwa tokenisierte Häuser in kleinere, erschwingliche Anteile aufgeteilt werden können. So wie man heute auch einen winzigen Bruchteil eines ganzen Bitcoin (BTC) besitzen kann.
Der Wert tokenisierter RWAs ist im vergangenen Jahr um 143 Prozent gestiegen – von 29,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf fast 73 Milliarden US-Dollar heute. Dieses Wachstum wird vor allem vom Aufstieg der Stablecoins getragen. Doch auch das wachsende Interesse institutioneller Anleger und der Einstieg großer Player wie PayPal, Robinhood und Ondo tragen dazu bei. Selbst traditionelle Börsenplattformen wie die London Stock Exchange und die Nasdaq experimentieren inzwischen mit Systemen für digitale Aktien.
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