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Ein Angreifer hat beim DeFi-Projekt Term Labs rund 8,5 Millionen Dollar erbeutet. Dafür musste er keine komplexe Sicherheitslücke finden. Für lediglich 951 Dollar kaufte er genug Governance-Token, um die Kontrolle über mehrere Krypto-Vaults zu übernehmen.
Anschließend stimmte er seinen eigenen Vorschlägen zu und ließ Millionenbeträge an seine Wallet übertragen. Genau das macht den Angriff so bemerkenswert: Die Software wurde nicht gehackt, sondern führte die genehmigten Transaktionen exakt wie vorgesehen aus.
Betroffen waren die Meta Vaults und Strategy Vaults von Term Labs. Darin lagen zu diesem Zeitpunkt Nutzergelder im Umfang von rund 12,45 Millionen Dollar.
Die Vaults nutzten Yearn V3, Term Labs hatte jedoch eine eigene Governance-Ebene ergänzt. Inhaber von Governance-Token konnten damit über wichtige Entscheidungen abstimmen.
Da der Token kaum gehandelt wurde, konnte sich der Angreifer für nur 951 Dollar genügend Stimmrechte sichern, um eine Mehrheit zu erlangen.
Danach brachte er Vorschläge ein, Geld aus vier USDC-Vaults und dem Ethereum Meta Vault an seine eigene Wallet zu übertragen. Mit seiner Mehrheit genehmigte er diese Anträge anschließend selbst.
Die Beute: rund 8,5 Millionen Dollar.
Besonders auffällig ist, dass kein klassischer Hack nötig war. Der Angreifer musste keinen Fehler in einem Smart Contract ausnutzen. Er kaufte sich schlicht ausreichend Macht im Governance-System.
Das legt eine Schwachstelle von DeFi offen. Wenn Governance-Token nur wenig wert sind, kann es vergleichsweise günstig werden, die Kontrolle über ein Protokoll zu erlangen, das Millionenbeträge verwaltet.
Term Labs ist damit kein Einzelfall. Im Juli wurde BonkDAO auf ähnliche Weise getroffen. Dort gelang es einem Angreifer letztlich, rund 20 Millionen Dollar aus der Treasury abzuziehen.
Nach dem Angriff hat Term Labs neue Einzahlungen in die betroffenen Meta Vaults dauerhaft gesperrt und die Governance-Rollen widerrufen. Nutzer können verbleibende Guthaben jedoch weiterhin abheben.
Die wichtigsten Kreditmärkte von Term Finance waren nicht betroffen. Auch Yearn betonte, dass das Problem nicht in der Standardinfrastruktur von Yearn V3 lag, sondern in der Governance-Ebene, die Term Labs selbst hinzugefügt hatte.
Der Vorfall zeigt vor allem, wie extrem das Verhältnis ausfallen kann: Für 951 Dollar an Stimmrechten erhielt ein einzelner Angreifer die Verfügungsgewalt über Millionenbeträge.
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