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Einer der bekanntesten Namen der Bitcoin-Szene hat erneut Geld in Capital B investiert, das französische Unternehmen, das sich als Europas erstes Bitcoin-Reserveunternehmen bezeichnet. Die Mittel sollen direkt in weitere Coins fließen. Hunderte neue Coins sollen dazukommen, doch gemessen an den Zielen des Unternehmens ist das nur ein kleiner Schritt.

Erst neue Aktien, später Bitcoin

Capital B beschaffte sich das Geld über eine Privatplatzierung. Das Unternehmen gab am Mittwoch 13.181.030 neue Aktien zu je 0,58 Euro aus. Adam Back zeichnete als einziger Investor.

Bestehende Aktionäre konnten sich damit nicht beteiligen. Ihr Anteil am Unternehmen verwässert, weil zusätzliche Aktien ausgegeben werden, ohne dass ihnen ein Bezugsangebot gemacht wurde.

Der Ausgabepreis von 0,58 Euro liegt allerdings 15,4 Prozent über dem Schlusskurs vom Dienstag. Back zahlte damit freiwillig einen Aufschlag.

An jede neue Aktie sind vier Optionsscheine gekoppelt, also das Recht, später eine weitere Aktie zu einem vorab festgelegten Preis zu kaufen. Die Ausübungspreise liegen bei 0,75, 0,98 und 1,27 Euro, die Laufzeit beträgt fünf Jahre.

Übt Back alle Optionen aus, fließen Capital B weitere 49,4 Millionen Euro zu. Tut er das nicht, verfallen sie ohne weitere Folgen.

Nach Angaben des Unternehmens reicht der Erlös für bis zu 376 zusätzliche Bitcoin. Der Bestand würde damit auf 3.521 Coins steigen. Darin enthalten sind die 270 Coins, die bereits in der vergangenen Woche nach einer Finanzierungsrunde über 21 Millionen Euro angekündigt worden waren.

Gekauft wurde bislang nichts. Der offizielle Bestand liegt bei 3.145 BTC, die Platzierung wird frühestens am Donnerstag abgeschlossen. Das Unternehmen weist selbst darauf hin, dass technische Abwicklungsschritte danach noch mehrere Tage dauern können.

Blockstream ist bereits größter Aktionär

Der britische Kryptograf Adam Back ist Chef des Bitcoin-Unternehmens Blockstream. Seine Arbeit wird im ursprünglichen Bitcoin-Whitepaper des bis heute unbekannten Satoshi Nakamoto erwähnt. Ohne es zu wissen, lieferte er Jahre vor der Entstehung von Bitcoin eine Grundlage für das Netzwerk.

Bei Capital B ist Back längst kein Außenstehender mehr. Sein persönlicher Anteil steigt von 14,82 auf 17,77 Prozent. Damit wird er zum zweitgrößten Aktionär des französischen Unternehmens.

Größter Anteilseigner bleibt Blockstream Capital Partners, der Investmentarm desselben Blockstream-Konzerns, mit 18,91 Prozent nach dieser Ausgabe. Zusammen kommt dieses Lager damit auf gut 36 Prozent des Stammkapitals.

Back hatte schon zuvor Geld bereitgestellt. Im Mai investierte er 1,1 Millionen Euro in Optionsscheine, zudem senkte Capital B den Wandlungspreis bereits von ihm gehaltener Anleihen von 5,174 auf 2,59 Euro je Aktie.

In der vergangenen Woche beteiligte er sich auch an der Finanzierungsrunde über 21 Millionen Euro, gemeinsam mit dem Pariser Vermögensverwalter TOBAM. Wer einen so großen Teil eines Unternehmens hält, hat kein Interesse daran, dass neue Aktien zu billig ausgegeben werden.

Capital B strebt 1 Prozent aller Bitcoins an

Die Bitcoin-Strategie begann am 5. November 2024, damals firmierte das Unternehmen noch als The Blockchain Group. Eine erste Aktienemission über 1 Million Euro reichte für rund 15 Coins.

Seit Juli 2025 tritt das Unternehmen unter dem Namen Capital B auf. Ziel ist es, möglichst viele Bitcoin je Aktie zu halten – ein Ansatz, der vor allem durch Michael Saylors Strategy bekannt wurde.

Das US-Unternehmen nahm im August 2020 als erstes börsennotiertes Unternehmen Bitcoin in die Bilanz. Inzwischen verfolgen weltweit fast 200 börsennotierte Unternehmen denselben Weg.

Die Ambitionen von Capital B sind weitreichend. Bis Ende 2027 will das Unternehmen auf 15.000 BTC kommen, bis 2033 auf 210.000 Coins – also 1 Prozent aller Bitcoin, die jemals existieren werden.

Für das erste Ziel müsste der Bestand binnen gut eines Jahres fast verfünffacht werden. Für das zweite müsste er sich in sieben Jahren um mehr als das 65-Fache erhöhen.

Zur Finanzierung bat das Unternehmen seine Aktionäre im Juni um eine weitreichende Ermächtigung. Sie stimmten der Ausgabe neuer Aktien im Umfang von bis zu 5 Milliarden Euro sowie Krediten von bis zu 100 Milliarden Euro zu.

Dieses Geld liegt nicht auf einem Konto. Es handelt sich lediglich um die Genehmigung, in den kommenden Jahren Kapital aufzunehmen. Ob das gelingt, entscheiden die Investoren.

Vorerst ist Capital B der zweitgrößte börsennotierte Bitcoin-Halter Europas. Die deutsche Bitcoin Group SE liegt mit 3.605 Coins noch davor, wie Daten von Bitcoin Treasuries zeigen.

Die 3.145 Bitcoin von Capital B kosteten zusammen 284,2 Millionen Euro, im Schnitt 90.352 Euro pro Stück, und sind derzeit nur noch rund 214 Millionen Euro wert. Das entspricht einem Buchverlust von gut 70 Millionen Euro, etwa einem Viertel des investierten Kapitals.

Auch Strategy lag zeitweise im Minus und verkaufte sogar kleinere Teile seines Bitcoin-Bestands, um Verpflichtungen zu bedienen. Der kräftige Bitcoin-Kursanstieg vor zwei Wochen hat Saylor wieder ins Plus gebracht.

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