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Der Bitcoin-Kurs hat die Nacht schlecht überstanden. Gegen drei Uhr geriet der Kurs deutlich unter Druck. Auslöser war ein weiterer Anstieg des Ölpreises, der inzwischen bei 96 Dollar liegt. Die Lage im Nahen Osten eskaliert weiter. Anleger rechnen deshalb mit höheren Zinsen – darauf reagiert der Markt empfindlich.

Die Spannungen um Iran nehmen damit erneut zu. Vor der Küste Saudi-Arabiens wurde ein Öltanker von einem unbekannten Projektil getroffen; an Bord brach ein Feuer aus. Zwar gab es keine Opfer, doch der Angriff schürte neue Sorgen um die Sicherheit zentraler Schifffahrtsrouten.
Präsident Donald Trump drohte anschließend mit direkten Angriffen auf iranische Infrastruktur. Jeder weitere Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus solle ihm zufolge mit der Zerstörung einer iranischen Brücke oder eines Kraftwerks beantwortet werden. Damit droht der Krieg in eine neue Phase einzutreten, in der nicht nur militärische Ziele, sondern auch kritische Infrastruktur getroffen wird.
Iran warnte umgehend, es werde amerikanische und regionale Energieinteressen angreifen, sollte Washington diese Drohungen umsetzen. Dadurch steigt das Risiko einer Kettenreaktion von Angriffen auf Kraftwerke, Pipelines, Häfen und andere Infrastruktur, die für die weltweite Ölversorgung wichtig ist.

Der Ölmarkt reagierte prompt. Brent verteuerte sich um rund 2 Prozent auf 96 Dollar je Barrel, während US-Rohöl auf mehr als 88 Dollar stieg. Für Bitcoin (BTC) und andere riskante Anlagen ist das ein ernstes Risiko, weil ein Ölpreis in Richtung 100 Dollar die Inflation weiter anheizen und die Wahrscheinlichkeit erhöhen kann, dass die US-Notenbank länger an ihrer straffen Geldpolitik festhält.
Die Quartalszahlen von Alphabet und Tesla bestätigen, dass Anleger die enormen Investitionen in künstliche Intelligenz kritischer beurteilen. Beide Unternehmen erzielten höhere Umsätze als erwartet, dennoch fielen ihre Aktien nachbörslich um knapp 3 beziehungsweise 4 Prozent. Vor allem negative freie Cashflows und weiter steigende Investitionen sorgten für Unruhe.

Alphabet hob seine Investitionsprognose für 2026 auf 195 bis 205 Milliarden Dollar an und warnte, dass die Ausgaben 2027 weiter steigen könnten. Im zweiten Quartal investierte der Google-Mutterkonzern fast 45 Milliarden Dollar, überwiegend in Rechenzentren und andere KI-Infrastruktur. Dadurch verwandelte sich ein freier Cashflow von knapp 25 Milliarden Dollar vor einem Jahr in ein Minus von 5,9 Milliarden Dollar.
Gleichzeitig fielen die operativen Ergebnisse stark aus. Der Umsatz von Google Cloud stieg um 82 Prozent, die Margen verbesserten sich und die Nutzung von Gemini nahm weiter zu. Das zeigt, dass die KI-Investitionen Umsatzwachstum bringen. Anlegern reicht das offenbar nicht mehr. Sie wollen auch Belege dafür, dass dieses Wachstum am Ende in höheren Cashflows und einer attraktiven Rendite auf das eingesetzte Kapital mündet.
Für Bitcoin wäre es problematisch, wenn der KI-Bullenmarkt ins Wanken gerät. Er gilt bislang als wichtiger Grund dafür, dass der Bärenmarkt bei Bitcoin vergleichsweise flach ausfiel. Käme doch noch ein KI-Bärenmarkt hinzu, möglicherweise verbunden mit einer Rezession, läge der Boden vermutlich deutlich tiefer.
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