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Der Bitcoin-Kurs hält sich bislang trotz der neuen Eskalation im Nahen Osten bemerkenswert stabil. Infolge der Wiederaufnahme des Kriegs im Iran ist der Brent-Ölpreis wieder in Richtung der Marke von 90 Dollar gestiegen. Eigentlich wäre vor diesem Hintergrund ein Rückgang bei Bitcoin (BTC) zu erwarten, doch der bleibt bislang aus.

Insgesamt ist die Lage an den Finanzmärkten ungewöhnlich schwer zu fassen. Ein klares Bild lässt sich kaum zeichnen. Bis vor Kurzem liefen KI-Aktien hervorragend, inzwischen zeigen sich aber auch dort erste stärkere Rücksetzer.
Zugleich wächst die Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank. Die erste Zinssitzung unter Kevin Warsh als Vorsitzendem am 17. Juni wurde als ausgesprochen restriktiv gewertet. In der Folge preiste der Markt zusätzliche Zinserhöhungen ein; Bitcoin, Gold und Aktien gerieten unter Druck.
Anschließend sanken die Inflationserwartungen deutlich, ein schwächer als erwarteter Arbeitsmarktbericht sorgte für Erleichterung, und auch die CPI- und PPI-Daten fielen klar niedriger aus als prognostiziert. Dadurch wurden die Erwartungen wieder etwas weniger restriktiv.
Inzwischen ist jedoch der Krieg im Iran zu einem erheblichen Unsicherheitsfaktor geworden. Der Ölpreis ist dadurch stark gestiegen; das könnte auch die Inflation wieder nach oben treiben und Zentralbanken zu Zinserhöhungen zwingen.
Vor diesem Hintergrund ist es ein starkes Signal, dass Bitcoin sich dennoch behauptet.
Die Sorgen über den Ölpreis haben am Montag weiter zugenommen. Die Vereinigten Staaten führten in der neunten Nacht in Folge Angriffe auf iranische Ziele aus, nachdem bekannt geworden war, dass ein dritter US-Soldat bei den jüngsten Operationen ums Leben gekommen ist. In der Folge stieg der Brent-Ölpreis um mehr als 2 Prozent auf über 90 Dollar je Barrel.
Die US-Angriffe richten sich unter anderem gegen iranische Luftabwehrsysteme, maritime militärische Mittel sowie Lagerstätten für Raketen und Drohnen.
Washington will damit Irans Fähigkeit weiter schwächen, Handelsschiffe in der Straße von Hormus anzugreifen. Zugleich steigt mit jedem neuen Angriff das Risiko von Vergeltungsmaßnahmen und weiteren Störungen der Ölströme.
Das ist entscheidend, weil der globale Ölmarkt zunehmend angespannt ist. Wegen der sinkenden Exporte aus der Golfregion werden Lagerbestände angezapft. Nach Einschätzung des Strategen David Roche könnten diese Bestände bis September so weit gefallen sein, dass selbst die Vereinigten Staaten unter Druck geraten. Er rechnet deshalb mit einem weiteren Anstieg von Brent auf 95 bis 105 Dollar je Barrel.
Für Bitcoin ist das vorerst die größte Belastung. Ein Ölpreis, der längere Zeit über 90 Dollar bleibt, könnte die Inflation erneut anheizen und die US-Notenbank zwingen, länger restriktiv zu bleiben oder sogar die Zinsen zu erhöhen.
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